07. April 06

Gesehen auf der Biofach: blödgeilgeizig

Biofachplakatbloedgeiziggei_1Die richtige Antwort auf die Blödgeilgeizig-Kamagnen war auf der Biofach zu sehen (eigener Artikel dazu hier). Leider nur für Fachhändler, denn das eigentliche Problem sind nur in zweiter Hinsicht die Werbeaussagen, entscheidendend ist das Verhalten der Käufer. Und da wären wir wieder bei "König Kunde ruiniert sein Land" von Bernhard Pötter. Dieses Buch sollte bei aktuellen Nachhaltigkeitsdiskussionen immer im Hinterkopf behalten werden, das Problem ist der Kunde, nicht die Werbung. Trotzdem kann ich mir auch geile Ökolandkunden und -kundinnen vorstellen, aber vielleicht habe ich die aktuelle Bedeutung dieses Wortes auch noch nicht so richtig begriffen.

29. März 06

"Geklont" - Fragen vom Nachhaltigkeitsblog an den Autor Stefan Pürner

Geklontpuerner Als kleine Einstimmung in das Buch von Stefan Pürner sollte der geneigte Leser zunächst mal den Artikel des Fotografen Thomas Geiger samt aller Kommentare lesen. Beim Skifahren konnte ich  mich endlich durch das Werk arbeiten und es hat in mir - parallel zu der Aufforderung von Stefans Klon mich selbst klonen zu lassen - eine Menge Fragen aufgeworfen.

1. Wenn Stefans Klon im Weblog klomentiert, quatsch, kommentiert, dann ist das im Buch beschriebene Parallelitätsverbot wohl noch nicht erfunden (danach darf der Klon erst geboren werden, wenn der Gencodegeber schon tot ist). Dann habe ich ja nichts von einem Klon, von dem ich mir hauptsächlich Skifahren verspreche, während mein Klon am Schreibtisch sitzt. Also was ist der Vorteil außer dem Kommentieren in Weblogs?

2.  Klonen und die Nachhaltigkeit. Ich befürchte ja, dass auch Stefans kommentierender Klon ein Jurist ist. Anders kann ich mir die Spitzfindigkeit "wir klone sind der inbegriff der nachhaltigkeit, weil wir ja das erbgut unserer vorbilder weiter tragen" kaum erklären. In den drei Nachhaltigkeitskategorien Ökonomie, Ökologie und Soziales fällt mir insbesondere nach dem Lesen von Stefans sicher epochemachenden Werkes über die Klone keine ein, die von Klonen wirklich weitergebracht werden könnte. Ökonomisch kosten sie viel Geld, deshalb die rigiden Steuergesetze, die verlangen, dass der Klon schon vor seiner Geburt finanziell abgesichert sein muss, aber dann hat er ja auch keinen Anreiz was Sinnvolles zu tun? Ökologisch haben wir von der hundertprozentigen Erbgutübertragung im Vergleich zur klassischen 50-prozentigen doch auch keinen Vorteil, außer wir klonen ein paar der letzten Ökos. Und besonders sozial scheinen mir die Jungs und Mädels auch nicht zu sein, sonst müssten sich die Richter im Hinterzimmer wegen Erbschaftsfragen nicht so besaufen. 

3.Geschäftsidee? Bisher bauen wir für unsere Kunden als besonderen Service Möbel aus deren eigenem Holz welches immer aus der Region kommt. Einen Schritt weiter geht die Idee, die DNA der Verstorbenen in diese Bäume einzupflanzen (soweit die Idee von Stefan Pürner in "Der Baum des gewesenen Lebens") und nach einigen vielen Jahren den Angehörigen Möbel daraus zu bauen (unsere weitergedachte Idee). Wäre das für unsere Kunden interessant?  Die Holzart "exquisiten edel rotbraun blätternden Adelahorn" könnten wir hier sicher gut gebrauchen, aber wie begeistern wir die Waldbauern von der Idee?

Fragen über Fragen und ich bin nicht davon überzeugt, dass der Klon Zukunft haben wird. Vielleicht können wir in 30 Jahren noch auf dieses Weblog zugreifen und Stefans Visionen falsi- oder verifizieren. Vielleicht ist es bis dahin aber sowieso schon in der Hand der Klone?

Bin gespannt, ob wieder nur Stefans Klon antwortet, oder ob er selbst mal auftaucht, allen anderen empfehle ich rechtzeitig die Lektüre des tollen Buches, bevor sie unvorbereitet in Situationen geraten, die sie früher oder später erleben werden.

Celero Verlag

26. März 06

"König Kunde ruiniert sein Land"

Poetterkoenigkunde "Dieses Buch hat ein Problem. Es handelt vom Konsumverhalten der Deutschen, aber die meisten Deutschen werden es nicht wahrnehmen." Das schreibt der engagierte und mehrfach preisgekrönte Taz-Redakteur am Ende seiner 130 - seitigen Abhandlung über den Konsum, betitelt "König Kunde ruiniert sein Land." Denn sowohl Konsum als auch Kunde bewegen sich trotz aller Appelle und Skandale zu wenig in Richtung Nachhaltigkeit.

Auch unser Nachhaltigkeitsweblog versucht ja mit dem Focus auf das Genießen verbesserter Lebensqualität, die Menschheit einen kleinen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit zu bewegen, wobei uns Pötters sorgfältig recherchiertes Buch dabei wertvolle Dienste leisten kann. 

Zum Beispiel im Kapitel Dumpinglöhne und fairer Handel der Turnschuh, welcher den Sportler - unabhängig seiner Begabung -100 Euro kostet:
50 Euro bekommt der Einzelhandel, 32 € Gewinn die Markenfirma, 5 € Transportkosten, 12 € Herstellungskosten, 2 € Gewinn macht die einheimische Fabrik, 2 € Produktionskosten zum Beispiel Strom, 40 cent vom 100 €-Schuh werden an die Näherinnen bezahlt.

Fit wie ein Turnschuh ist aber auch seine Berichterstattung über Sozialdumping in Deutschland, wo Aldi, Lidl und Schlecker (hier das Schwarzbuchweblog zum Thema http://www.verdi-blog.de/lidl/ ) mal wieder eine Führungsposition einnehmen. Aber anders als beim Turnschuh, wo die Unterstützung unserer fränkischen Global Players durchaus Sinn macht, weil diese wenigstens am erkannten Problem arbeiten, nennt er hier auch positive Beispiele wie die dm-Drogeriemärkte, Edeka, Reichelt oder Kaiser's. Und selbst bei den Discountern gibt es mit Minimal, Penny-Markt oder Plus wenigstens Betriebe, deren Umgang mit Menschen vertretbar ist.

Von der spannenden Nachhaltigkeitsgeschichte des Konsums, Verkehrs, des Tourismus, des Hausbaus und der Geldanlage leitet er über zum Kapitel "Es rettet uns kein höh'res Wesen - auf dem Weg zur nächsten Konsumrevolution." Mit ganz konkreten Forderungen an den privaten Konsumenten, an Politiker und an die Unternehmer ruft er auf zum Widerstand gegen "Geiz ist geil". Untermauert und ergänzt wird der Aufruf eindrucksvoll durch die im Interview sehr offen ausgesprochenen Erfahrungen von Renate Künast: "Es kann ja wohl nicht sein, dass wir in Deutschland viel Geld für die teuersten Küchen ausgeben, dass aber darin nicht mehr gekocht wird." (nicht, dass wir was gegen wertvolle Küchen hätten, unsere Kunden können sie auch benutzen).

Das Buch hat kein Happy End sondern eine Happy Hope: "Consumer Watch" ist die Idee für eine "unbequeme kleine Gruppe, die unser tägliches Verhalten thematisiert. ... laut, aggressiv, fröhlich und mit viel Spaß."

Lustigerweise ist das eine Gruppe, die sich perfekt der modernen Marketingwerkzeuge bedienen könnte, die in Bernd Röthlingshöfers Buch "Marketeaser" vorbildlich begründet und beschrieben werden. Und starten sollte man das ganze spätestens zur Frankfurter Nachhaltigkeitsmesse im Frühjahr 2007 (Sustainable Projekt), deren Stattfinden seit ein paar Tagen amtlich ist. Vielleicht könnte man hier ja die richtigen Leute zusammenbringen? Messeveranstalter (Andreas Pipperek - Messe Frankfurt), die interessante Aktionen brauchen können, Aktionisten (zunächst mal den Autor, später mit Mitstreitern, vielleicht in Zusammenarbeit mit der Sustainable Excellence Group, in der auch das Wuppertal Institut, Future e.V und die Deutsche Geseelschaft für Qualität vertreten ist?), die die Öffentlichkeit und alle Nachhaltigkeitsgurus brauchen können, Werbefachleute, die die Wirksamkeit Ihrer witzigen Werkzeuge der "anderen Werbung"(wie Weblogs) anhand einer ebenso anspruchsvollen wie ehrenwerten Aufgabe beweisen können.

Pötters Buch sollte Schullektüre werden, Politikern mit Lesezwang übergeben werden und an jedem Stammtisch zur thematischen Vertiefung ausliegen, an dem über Manager wie Ackermann und Co gelästert wird.

Einziger Kritikpunkt: zur Wirtschaft gibt Pötter offensichtlich nur sein Aldi et Obi, seinen Schlecker oder das "Fernziel" RTL-Nachhaltigkeits-TV. Der Mittelstand und die regionalen Aspekte von der Dorfschreinerei (!) über die Biobrauerei (Lammsbräu) bis hin zum Babykosthersteller (Claus Hipp ist ein Ökopionier, auch wenn wir ernährungstechnisch die frische Zubereitung von Babynahrung bevorzugen) fallen entweder einer Konzernneurose zum Opfer, oder werden erst im nächsten Buch behandelt? Hoffentlich schreibt er noch eines, denn dort findet er vielleicht mehr e h r l i c h i e s Engagement, als bei den "Greenwashern" der Großen ("Grennwashing" ist Nachhaltigkeitsfuzzi-Insiderslang für Grossbetriebe, die ihr grünes Mäntelchen nach den Winds of Change hängen.)

Nachtrag: ConsumerWatch muss sich vom Begriff der Nachhaltigkeit lösen. "Eine bessere Zukunft muss man sehen, riechen und schmecken können." Stattdessen schlägt er Begriffe wie "Vernunft, Verantwortung, Gerechtigkeit und Zukunft" vor. Im Nachhaltigkeitsweblog haben wir zwar noch den "falschen" Namen, aber die gleichen Ziele. "Denn letztlich ist nachhaltige Lebensführung nichts anderes als artgerechte Haltung für Menschen."(Michael Wehrspaun)

Anderes Buch mit Lesezwang für Lokalpolitiker: Hutanger

Marketeasing von Bernd Röthlingshöfer

Beitrag im Konsumblog

Gutes Interview mit Bernhard Pötter im Konsumblog, das Buch hat er sich leider bei Amazon kaufen lassen, statt im heimischen Buchhandel. Dort hätte seine Mutter vielleicht nette Leute getroffen und das Geld an die richtige Stelle getragen: dorthin wo beraten wird, gesprochen statt getippt und die regionalen Arbeits- und Ausbildungsplätze erhalten werden.

17. März 06

Stefan Pürner klont Janis Joplin (und andere)

von Thomas Geiger

Geklont Was passiert wenn ein Jurist, spezialisiert auf serbokroatisches Recht, Mitherausgeber des "Handbuchs Wirtschaft und Recht in Osteuropa", der sich gerne beim Wettbewerb um den "schlechtesten  Rockgitarristen der Welt" bewerben möchte, seine literarische Ader aus Schulzeiten wieder entdeckt? Logisch, er erfindet mal schnell eine Literaturgattung: "Juristische Science Fiction", was auch sonst.

Plötzlich steht Janis Joplin wieder auf der Bühne und fesselt die Massen und die Gendanken des unerkannten Lovers der "Ersten" und der "Zweiten" ("Pearl Babe").

Und was passiert, wenn sich das geklonte George Harrison Gehirn plözlich aus religiösen Gründen (mein Karma und so..) weigert, neue Beatles-Songs zu schreiben ("Die Santana-Festplatte")?

Der Massenmörder wurde auf Grund seines Gen-Materials gefangen und vor Gericht gestellt und soll nun auf Grund der 99,99999%igen Übereinstimmung verurteilt werden - aber hat man den "Richtigen" der 20 Klone ("Das Plädoyer")?

StefanjetztAuch im verborgenen und geheimen Hinterzimmer (Beteten verboten!) der Gerichtskantine, wo sich die honorigen Herren Richter nach Feierabend bei ein paar Bierchen...(hier zeigt sich das Fachwissen des Nürnberger Anwalts, den man ab und zu auch bei einem Hersbrucker Lager in der Michelmühle trifft) geht es um das Schicksal der "Nachproduzierten". Was bewegt den Erbrechtler, wenn der Klon neben den Abkömmlingen und der Ehefrau auf seinem 100% Erbteil besteht, nachdem der ungewollt geklonte, dessen Testament vor der Klonung verfasst wurde... aber das ist wohl auch für Juristen, die nicht das x-te Bier im Hinterzimmer getrunken haben nur schwer vorstellbar ("Freitagnachmittag unter Kollegen").

Doch die meines Erachtens beste Geschichte ist gleich die erste. Der Ärger des Vorstandsvorsitzenden der Pharma-Fima über seinen Leiter "Sonderprojekte" dem sein "Meisterwerk" aus dem Ruder läuft, weil DER sich illojal verhält und sich eben doch so benimmt wie ER, dem er  "nacherschaffen" wurde. Der Innenminister, der IHN sogar abschieben will, und der (inzwischen afrikanische) Papst, der eine vatikanische Wahrheit für falsch erklärt, um IHM alles offen zu lassen für die "seltsamen Wege des Herrn" ("Der Zweieinige"). Genial. Lesen!

Stefan Pürner (oben links heute), "GEKLONT - 12 verblüffende Kurzgeschichten, die Sie früher oder später erleben werden", erschienen im Celero-Verlag, Weilersbach,  ISBN 978-3-9808998-2-6, 8,90 Euro
Die offizielle Buchvorstellungsseite

 

Stefan1978_1 Um jetzt noch zu erkären, wie diese Buchempfehlung in den Weblog der "Möbelmacher" kommt, muss man etwas weiter ausholen. Der Autor, Dr. Stefan Pürner (rechts bei ersten Übungen an der Gitarre 1978), der mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Röthenbach an der Pegnitz wohnt, ist in Hersbruck kein Unbekannter. Neben den oben erwähnten seltenen Besuchen in der Michelmühle, hat er hier auch die Schulbank im benachbarten Gymnasium gedrückt, und das zusammen mit dem Autor und im Klassenabstand auch mit herwig Danzer. Und wenn man in den Tiefen der Antiquariate gräbt, findet man vielleicht noch ein Exemplar des Bandes "Worte & Bilder" - Kunst und Literatur im Hersbrucker Land, erschienen 1982! im Guido-Rukaviner Verlag, Hersbruck - New York. Blätternd auf Seite 48 lesen wir:

Är Dooch zum glei widär in Müllahmär neischmeissn

Die Sunnär is zu anner Beerdichung wech,
där Bedrus haud är Blosnschwech,
där Himmil laffd aus, wäi är afgschloongs Odlfooss
und die Schdrass is glidscherdnoos.

Stefan Pürner

Ein weiter Weg zum Erfolgsautor für "Juristische Science-Fiction".

Weiter auf Seite 57 finden wir ein Frühwerk des Autors dieser Besprechung, Thomas Geiger, ein Portrait von Albert Mangelsdorff

Albertm

und noch ein wenig weiter auf Seite 74 lesen wir:

Leben auf einer Wolke
getragen von der Wahrheit
hinabblicken auf die
Menschen
bis sie schrittweise
zu Wolken werden.

Ute Dörfler

Nur Insider wissen, dass Ute Dörfler heute eine verheiratete Danzer ist. Das nennt man dann nachhaltige Beziehungen und damit wären wir wieder beim Thema! ;-)

07. März 06

Bernd Röthlingshöfers "Marketeasing" im historischen Vergleich

P1060149 Bernd Röthlingshöfer hat das ja wie immer ganz geschickt gemacht: ein Kapitel kann man sich runterladen, den Rest sollte man kaufen. Habe ich auch gleich gemacht, natürlich in meiner Buchhandlung Lösch und nicht bei Amazon (!) und am letzten Sonntag gelesen. Als Empfehlung reicht das ja schon fast aus, denn es ist wirklich spannend.

Hier noch einige Gedanken, warum ich es schön fände, wenn es auch andere Menschen lesen würden.

"Die Leute sind hungrig nach Authentizität und wollen nicht übers Ohr gehauen werden."

Er fordert in einem seiner 6 Mantras: "Sei erhlich. Die klassische Werbung war schon immer zwischen großer Lüge und ein bischen schwindeln zuhause." Allerdings begründet er diese Forderung leider nur mit Negativbeispielen, wie unehrliche Firmen im Internetzeitalter bestraft werden könnten und weniger mit einer Forderung zur insgesamt nachhaltigen Betriebsführung oder den Vorteilen derselben. Das macht ja auch nix, er schreibt ja ein Lehrbuch über (total andere) Werbung und nicht über nachhaltiges Management, aber insgesamt hatte ich auch beim Nextpertstreffen den Eindruck, dass die Art eines Produkts, oder der Sinn desselben keine wirklich interessante Fragestellung für Werber ist. Insgesamt ist sein Buch trotzdem ein verstecktes Plädoyer für ehrliche Produkte und einen partnerschaftlichen Umgang mit seinen Kunden.

Während des Durcharbeitens kamen mir viele Parallelen zu den Basics unserer Kommunikation, die Anfang der Neunziger stark von Gerd Gerken (Gerd Gerken: Abschied vom Marketing, Interfusion statt Marketing (1990)) und Jerry Wilson (Jerry Wilson Mund zu Mund Marketing (1991)) geprägt wurde, in den Sinn. Gerken schrieb 1990: "Das klassische Marketing geht seinem Ende entgegen." Röthlingshöfer 2006: "Denn die klassische Werbung steckt in der Sackgasse." Auf dem Klappentext bei Wilson stand 1991: "Die Auswirkungen dieses umwälzend neuen Buches auf das Marketing lassen sich mit denen der Erfindung des Rades für die Menscheit vergleichen - ..." der Verlag moderne Industrie war noch nie eine Quelle für Bescheidenheit..

Gerd Gerkens Kapitel hießen zum Beispiel: "Die Auflösung von Zielgruppen, Die Kommunikation folgt den Beziehungen, Netzwerke ersetzen das breite Database-Marketing, Die falsche Einstellung des Top-Managements."

Den alten Erkenntnisse der beiden Bücher gibt Röthlingshöfer ein neues Gesicht, denn das Internet, und erst recht das Web.2 gab´s damals noch nicht. Diese Komponente der Netzwerkbildung am Computer hat er in sein Werk konsequent mit eingebaut und kompetent begründet. Das Lesen lohnt sich also auch für die, die die anderen Bücher noch im Kopf haben.

Also kaufen, lesen, bloggen und den neuen Blog mit unserem verlinken.

Hier noch ein alter Beitrag über den Vortrag von Bernd Röthlingshöfer bei Publicis in Erlangen.
Nachhaltigkeitsseite der Möbelmacher

15. Januar 06

Neues Dampfgarkochbuch ist lesens- und kochenswert

Mielekochbuch1Schön bebildert ist es, das neue Dampfgarerkochbuch aus dem Verlag Zabert und Sandmann. Suppen, Fisch, Geflügel und Fleisch, Vegetarisches, Mameladen und Chutneys und Desserts werden ansprechend und nachvollziehbar dargestellt. Erste Versüchlein (was hammer denn im Kühlschrank?) waren erfolgreich, für den gratinierten Rehrücken mit Sellerie Birnen-Püree müssen wir aber wohl erst einkaufen gehen, oder in der Dämmerung Autofahren.Mielekochbuch2

Für unsere Kunden (und die, die es werden wollen) bieten wir das Buch für 10 Euro an, bei einer ganzen Küche ist es sogar kostenlos. Aber wir wüssten gerne, wie Sie mit dem Buch zurecht kommen (vor allem im Vergleich zum Originalkochbuch der Dampfgarer). 

Wer die Dampfgarer selbst testen will, bringt einfach seine Spargel-, Karotten- oder Gemüsestängchen mit, wir werden (S)sie schon weichkriegen.

Möbelmacherküchen
Miele Dampfgarer Sonderseite

24. Dezember 05

Weihnachtsfreuden von Werbefuzzis

Weihnachtskugel800Vermutlich sind mein Kompagnon Gunther Münzenberg und ich ähnlich unromantisch. Das Weihnachtstheater mit hunderten von mehr oder weniger gelungen Karten, emails oder frommen Wünschen stehen wir nur mit Mühe durch, weil wir wissen, dass es einige Menschen richtig ernst meinem. Wir selbst schalten weder eine Anzeige, noch schicken wir Karten, wenn man von den 52 Seiten Kalender mal absieht.
Trotzdem freuen wir uns mit unseren Mitarbeitern natürlich über die vielen Geschenke, deren Kalorien man leider nur mir ansieht, zum Beispiel die köstlichen handgemachten Pralinen mit den Edelbränden von Manfred Rothe.
Fussball_kuns
Über zwei kalorien- und promille-neutrale Geschenke haben wir uns besonders gefreut, lustigerweise beide von  Werbefachleuten: Christian Lüke (Prisma Werbung Hersbruck) bringt eine oberwitzige Weihnachtskugel mit der regionalen Musterhaus im Schnee  (Bild oben - wobei man das Foto ganz leicht gegen ein hübsches klerikales Motiv einer winterlichen Kapelle, oder eines aus der Peter Jirmann-Sammlung  austauschen kann). Und Ralf Birke und Partner   schickt den obercoolen Fußball:Kunst Kalender vom Verlag für moderne Kunst Nürnberg, wo bereits das Vorwort von Wolfgang Pauser so genial geschrieben ist, dass man - wäre es etwas länger - den Kalender gar nicht mehr bräuchte. Aber selbst der stellt sich noch als soo hintersinnig raus, dass man es bedauert, ihn auf einmal gelesen und betrachtet zu haben.    Bestellformular als pdf

Wir bedanken uns für alle Wünsche, Geschenke und Grüße und wünschen ein funky weekend,
Euer Möbelmacher
herwig Danzer
Morgen mach ich meine erste Gans im nagelneuen Miele Backofen.

21. Dezember 05

Pflichtlektüre "Hutanger - Natur und Kulturerbe mit Zukunft"

Hutanger_1

Dieses Buch haben wir bereits im Kalender 2006 und im letzten Newsletter empfohlen,  weil wir wussten, dass die Autoren kompetent sind und keinen Öko-Mist erzählen. Aber letzte Nacht habe ich das Buch auch noch durchgearbeitet und da fiel mir vieles wie Schuppen aus den Haaren. Alles habe ich schon mal irgendwo aufgeschnappt, aber - offengestanden - noch nie im Zusammenhang begriffen. 

Die Autoren:
Heinz und Karl Heinlein sind seit über 20 Jahren im Umweltschutz  aktiv, aber mit Ihren Forderungen immer mit beiden Füßen auf dem real-regionalen Boden geblieben.  Familie Dres. Hemp sind beide Biologen, deren langjährige sorgfältige Begleitung dem Buch und dem Projekt zu den naturwissenschaftlichen Weihen verhelfen, während Dr. G. Rainer Schöller für die historischen Zusammenhänge zuständig ist. Gerhard Schütz ist ein Grundschullehrer, dessen Liebe zu Kindern sich auch auf deren natürliche Umgebung und die Vermittlung derselben erstreckt (ich beneide meine Tochter um ihr bei ihm erworbenes Wissen) und Rainer Wölfel (Naturschutzzentrum Wengleinpark) ist der arbeitende Mann im Hintergrund, ohne den unsere Köche nicht "Heimat auf´m Teller", das Streuobst nicht in Flaschen und Hersbruck nicht Slow City wäre. Michael Scholz ist einer der leider nicht zu häufig anzutreffenden Journalisten, die das was sie schreiben nicht nur sorgfälig recherchiert haben sondern es auch noch begründen können.   

Zugegeben, ich bin mit den meisten der Autoren befreundet oder bekannt, weshalb meine überschwengliche Empfehlung mit Vorsicht zu genießen ist, aber wer sich wirklich mal auf diesen regional-historisch-ökologischen Rundumschlag "Hutanger" einlässt, wird danach unsere Hersbrucker Alb mit anderen Augen sehen. Und zwar nicht nur die Vergangenheit derselben, sondern vor allem die Zukunft. Wie können wir Tourismus, Landwirtschaft, Gastronomie und Handwerk  so vernetzen, dass sich für Auswärtige ein schlüssiges Bild zum Beispiel im Sinne von Slow City ergibt? Welche Produkte kann unserer Region als Markenzeichen herausstellen, die andere Regionen nicht zu bieten haben? Wie lassen sich diese mit Slow City, mit dem Thermalbad und mit der Gesundheitsregion vernetzen? Warum sind unsere eigenen Regionalinitativen vielleicht nicht so laut und prospektverschleudernd wie königlich-bayerisch gefördete, blicken dafür aber auf 20 Jahre Erfahrung, wissenschaftliche Zusammenarbeit und ebenso konkrete wie erfolgreiche Projekte zurück?

Das Buch belegt die gesammelte Kompetenz am Beispiel der Hutanger von der andere Funktionäre nur originell regional träumen können, es versucht aber vor allem die daraus entstehenden Perspektiven für eine bzw. unsere Gemeinschaft aufzuzeigen. Jeder Einzelne muss Verantwortung für die Lebensqualität in einer Region übernehmen: durch die Auseinandersetzung mit dem Thema, durch den bewussten Einkauf, durch die Mitarbeit bei zielgerichteten Projekten oder ganz einfach durch die Erkenntnis, dass jeder Bewohner selbst auch die Visitenkarte der wunderschönen Hersbrucker Alb ist.

Kaufen Sie das Buch bei Martin Lösch oder dem Pfeiffer Verlag (das Buch habe ich leider noch nicht auf deren Verlagshomepage   gefunden), lesen Sie es und verschenken Sie es danach an unsere kommunalen Entscheidungsträger. Fragen Sie zwei Wochen später, ob sie es schon gelesen haben und hören Sie damit nicht auf, bis diese fehlerfrei zitieren können. Denn die Zukunft heißt selbst mit deutschem Papst nicht "aldi et obi" oder Geiz und Gier, sondern Qualität und Genuß.

In den nächsten Weblogbeiträgen, sind wir nicht mehr so theatralisch - versprochen -, aber hier ging uns der regionale Gaul durch, der für die Hutangerbeweidung übrigens nur bedingt geeignet ist, Rindviecher (lustigerweise die Hinterwälder) sind viel besser.

01. August 05

"Fight Gravity" Das neue Kletterbuch von Kurt Albert bzw. Christian Lüke

Tmms_fightgravity_bHat schon ne Zeitlang gedauert bis so ein Mammutwerk über das Klettern in der Fränkischen fertiggestellt ist. Unseren Werbepartner und Freund Christian Lüke (Prisma Advertising) haben wir darob nicht selten jammern hören, aber es hat sich gelohnt. Ein (sport-)klettertechnischer Rundumschlag über das Klettern im Frankenjura ist jetzt fertig und kann über die homepage bestellt werden. Auch für mich als Nichtkletterer ist es interessant, nicht nur weil ich mit einigen der vorgestellten Sportler befreundet bin, sondern weil auch einiges drumrum erklärt wird, was ich noch nicht wußte, von den (früh-)geschichtlichen Anfängen 1774, bis zu den aktuellen Spitzenleistungen heutiger Tage.  Aber so richtig Ahnung habe ich nicht, deshalb ist hier der offizelle Text dazu:

Bildband "Fight Gravity"

Der Frankenjura ist nicht nur ein Klettergebiet der Superlative, an seinen Felsen wurde auch Klettergeschichte geschrieben: Wolfgang Güllich eröffnete hier seine schwierigsten Routen, Kurt Albert etablierte den Rotpunkt-Stil, und die Erfindungen von Oskar Bühler oder Fritz Sticht gingen von hier aus um die Welt. Leistungen und Entwicklungen, die heute aus dem Klettersport nicht mehr wegzudenken sind. Dieses Buch handelt von all den interessanten Persönlichkeiten, die an dieser Entwicklung teil hatten und haben. Die gesamte Chronik des Frankenjuras, von den ersten Felsbesteigungen über lohnende Genussrouten bis hin zum 11. Grad und der Entstehung des fränkischen Boulderns, wurde noch nie so ausführlich zusammengetragen. Fight Gravity ist ein umfassendes Zeitdokument und präsentiert gleichzeitig die Faszination des Sportkletterns im Frankenjura.

Über 200 Seiten Infos, Geschichten und Porträts aus dem besten Klettergebiet der Welt!

Kurt Alberts Kompendium über die Entwicklung des Sportkletterns.

Von den ersten Felsbesteigungen, über die Erfindung des Rotpunkt-Gedankens,

bis hin zum Bouldertrend.

Komplett in Farbe!

1. Auflage, Sommer 2005

Großformat 22,5 x 31,5 cm

39,95 €

Top-Angebot ...

Das Paket!

Bildband + DVD + T-Shirt zusammen für nur

€ 64,90 = T-Shirt umsonst!!!

Nur solange der Vorrat reicht, da die T-Shirts nur in limitierter Auflage erhältlich sind!

Bei Bestellung unbedingt Größe angeben!

tmms-Verlag

Maybachstr. 12

71404 Korb

fon 07151 4879930

fax 07151 36682

www.tmms-verlag.de

[email protected]

28. Juni 05

Dekra mit "nachhaltiger" Weihnachtsidee

Harrispompeijjpg_1 Dr. Dipl Ing. Bernd Steisslinger ist nicht nur Geschäftsführer der DEKRA Umwelt GmbH  ,  sondern auch mein netter Tischnachbar beim WIN-Kongress im Mai dieses Jahres. Wenn man Menschen schon ein wenig kennengelernt hat, meint man ja auch sie im Schreibstil  wiederzuerkennen und sein Stil ist genau so verschmitzt lächelnd, wie ich ihn kennengelernt habe. Am 7. Juni kam das Schreiben: "Noch 200 Tage bis Weihnachten," (was ich übrigens nicht nachgerechnet habe) " ... gute Wünsche zu Weihnachten werden Sie wieder von vielen erhalten - uns kommt 200 Tage davor deshalb etwas anderes in den Sinn:"

Und dann erzählt er vom herannahenden Sommerurlaub und dass man da was zu lesen braucht und dass die Dekra Umwelt natürlich was zu ihrem Thema vorschlägt (und im gleichen Schreiben mitliefert): Robert Harris, Pompeji (Umweltpolitisch, technisch und geologisch interessante Intrige  und Naturkatastrophe aus dem Jahr 79. n. Christus, empfohlen). Seltsam, aber sicher beabsichtigt: ich werde dieses ausgezeichnete Buch (hat mich zwei Nächte gekostet) immer mit der Firma in Verbindung bringen. Darüber sollten wir nachdenken ...
Win-Kongress
Nachhaltigkeitsanalye Oekom Research

10. April 05

Peter Jirmann jun. und sein erotisches Fotobuch "Xpose"

Peterjirmann_1Am 9. April war die große Feier in Hersbruck. Einige seiner Models, ein haufen alter Kumpels und ein auffällig hoher Altersdurchschnitt zierten das Cafe Boulevard, wo Peter sich bei und mit Sekt und Häppchen bei allen bedankte, die irgendwas mit seiner steilen Fotografenkarriere zu tun hatten. Gut, dass sein künstlerisches Werkzeug der Fotoapparat ist, müsste er sein Geld mit Reden verdienen, hätte er wohl wesentlich länger gebraucht um berühmt zu werden. Aber so gelang ihm nach vier Jahren der Druchbruch über den Playboy bis zur Veröffentlichung des 120-seitigen Buches mit einem Ausschnitt aus seinem Lebenswerk. Insider der Möbelmachergeschichte erkennen nicht nur unsere Möbel, Hintergründe oder auch die berühmte Holzbadewanne, sondern vor allem die unterschiedlichsten Entstehungsgeschichten der einzelnen Fotos, die die gestalterischen Unterschiede erklären. Autor und Verlag halten sich aber mit Erklärungen sehr vornehm oder heimlichtuerisch zurück, nichteinmal eine Vita ist dem Buch zu entnehmen, was in Hersbruck keine Rolle spielt, weil ihn hier eh´ jeder kennt. Wir blicken auf 14 Jahre Zusammenarbeit zurück, als Peter bei den ersten Möbelmacheraufnahmen als Schüler assistierte, über gemeinsame Arbeiten bis hin zur technischen oder moralischen Unterstützung der heutigen Tage. Wir wünschen ihm, dass neben dem Ruhm jetzt auch noch viele lukrative AufträgePlayboypeterjirmann folgen und dass wir mal wieder ein Foto für unseren Kalender bekommen, an dem sich die Geister wieder scheiden werden. Bisher waren seine Fotos immer die Beliebtesten und die, die die meisten Leser ablehnten. Nachdem es bei unseren Möbeln oft ähnlich ist, trauen wir auch uns auch weiterhin die einen zu begeistern und die anderen ein wenig zu erschrecken. Das Buch Xpose kostet 49 Euro und ist bei uns oder in der Buchhandlung Lösch mit einem signierten Originalfoto erhältlich. Link zum Buch bei TeNeus
Link zur Möbelmacherkalendersonderseite.
Link zur homepage der Möbelmacher
Link auf Peter Jirmanns homepage