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Bücher

  • Uwe Timm: Der Freund und der Fremde

    Uwe Timm: Der Freund und der Fremde
    Es geht nicht nur um den 1967 bei der Anti-Schah-Demonstration erschossenen Benno Ohnesorg, der ein Freund des Autors war. Es geht um das Gefühl einer Generation, den Gründen für die Suche nach nicht nur literarischer Befreiung. Uwe Timm hat bei uns 1995 noch in der Hersbrucker Werkstatt aus "Die Entdeckung der Curyywurst" gelesen und seitdem mögen wir ihn einfach. Seine Sprache, sein Denken und den Menschen. Das Weblog Perlentaucher hat ausführliche Rezensionen gesammelt

  • Heinz und Karl Heinlein, Dres. Andreas und Claudia Hemp, Dr. Rainer Schöller, Michael Scholz, Gerhard Schütz, Rainer Wölfel: "Hutanger Natur und Kulturerbe mit Zukunft"

    Hutanger_1

    Dieses Buch muss die Pflichtlektüre für die Bewohner der Hersbrucker Alb werden. 20 Jahre mühsame, aufreibende, engagierte und vor allem erfolgreiche Arbeit für die Lebensqualität in der Hersbrucker Alb sind ehrlich, historisch und wissenschaftlich dokumentiert. Aber das wichtigste: Zukunftspläne werden vorgestellt, die so naheliegend und logisch sind, dass man sich wundern muss, warum noch nicht alle an deren Umsetzung arbeiten. Theatralische Besprechung im Weblogbeitrag mit allen Links, zu kaufen in der Buchhandlung Lösch oder im Pfeiffer-Verlag.
  • Verlag für moderne Kunst Nürnberg: "Fußball:Kunst"

    Fussball_kuns

    Selbst für Leute, die Fußball nicht mögen ist dieser 52-seitige Kalender eine echte Freude, nicht nur wegen der Fotos, Cartoons und Bilder, sondern vor allem wegen des Vorworts und der Sprüche. Alle Infos im Weblogbeitrag
  • Stefan Münz: Professionelle Websites - Programmierung, Design und Administration von Websiten

    Ein Urvater des webdesigns hat auf knapp 1000 Seiten den aktuellen Rundumschlag über die websites gewagt und war erfolgreich. Die wichtigsten Werkzeuge und Tipps für moderne Firmenauftritte sind dort nachzulesen. Hoffentlich können wir das bald umsetzen. Die Website zum Buch

  • Kurt Albert: Fight Gravity

    Fight_gravity_buch_1Für Kletterer ein absolutes Muss, es ist in diesem Beitrag beschrieben, auch die Bezugs möglichkeiten. Ein Blogger aus der Kletterszene schrieb das dazu.

  • Robert Harris: Pompeji

    Robert Harris: Pompeji
    Umweltpolitisch, technisch und geologisch interessante Intrige und Naturkatastrophe aus dem Jahr 79. n. Christus, empfohlen - 200 Tage vor Weihnachten - von Bernd Steisslinger, Dekra Umwelt GmbH.

  • Anthony Bourdain: Ein Küchenchef reist um die Welt

    Anthony Bourdain: Ein Küchenchef reist um die Welt
    Wer (berufsbedingt?) "Geständnisse eines Küchenchefs" gelesen hat, will natürlich auch Anthonys Reise miterleben, aber da ist was anders: ein ganzes Kamerateam nimmt das Feeling von Abenteuer schon gewaltig zurück. Trotzdem ist das Buch nicht zuletzt wegen der (nicht ganz neuen) Erkenntnis lesenswert, dass das perfekte Essen durchaus aus dem Sternerestaurant, in passender Stimmung aber auch aus der Bauernkneipe oder sogar völlig versalzen von der neuen Freundin stammen könnte.

  • Oekom Verlag und Unternehmensgrün: Zukunftsfähige Unternehmen

    Oekom Verlag und Unternehmensgrün: Zukunftsfähige Unternehmen
    Gute Zusammenfassung von Nachhaltigkeitskriterien mit besonderem Focus auf der Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Es ist auch eine Seite über die Möbelmacher drin, aber das Buch lohnt sich trotzdem, bzw. wegen der vielen Ideen der anderen vorgestellten Unternehmen. Beim Verlag direkt bestellen: http://www.oekom.de/verlag/german/books/zuk-unternehmen.htm wir haben glaube ich auch noch zwei ...

  • Ralf Birke und Klaus Karl-Kraus: "Der Berg - Das Phänomen Erlanger Bergkirchweih
    Das Buch zum 250. Geburtstag der Erlanger Bergkirchweih. Großformat, Festeinband, 184 Seiten, über 250 Bilder. ISBN-Nr. 3-9806982-9-7 Erhältlich im örtlichen Buchhandel oder direkt beim Verlag bestellen@edition-spielbein.de zum Preis von EUR 24,90 inklusive Mehrwertsteuer. Wunderschöne Bilder von Mile Cindric und einfühlsame Texte von Ralf Birke (Des hädd I fei echd ned dacht, dass der des asu goud ko- Anm. d. Red)
  • Werner Gaede: Abweichen von der Norm

    Werner Gaede: Abweichen von der Norm
    Unglaublich ausführlicher und inspirierender Wälzer im Großformat - 750 Seiten! Wer wie wir seine eigene Werbung nicht merh sehen kann, sollte sich hier Anregungen holen. Jede Seite ist ihr Geld wert. Mehr dazu: http://www.methode.de/bu/dmb/tigaed2.htm

  • Hans-Georg Häusel: Brain Script

    Hans-Georg Häusel: Brain Script
    Geniale Pflichtlektüre für alle, die mit Kaufen, Verkaufen oder anderen Entscheidungen zu tun haben. Sogar geeignet um eigene Entscheidungen nachträglich verstehen zu können. Hirnforschung auf lesbaren Niveau.

  • PETER, Jr. JIRMANN: Xpose

    PETER, Jr. JIRMANN: Xpose
    Viele Bilder sind mit unserem Licht, unseren Möbeln und Hintergründen fotografiert worden, klar dass das Buch toll ist. Siehe auch Artikel im Weblog: http://nachhaltigkeit.blogs.com/nachhaltig/2005/04/peter_jirmann_j.html

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ZEIT zu leben

Startseitenanzeige Die "ZEIT zu leben" ist das Thema der Unterkrumbacher Werkstatt-Tage 07, denn  am Freitag, den 17. August liest Zeit-Autor Christian Schüle aus seinem Buch "Deutschland- vermessung" moderiert von Roland Zimmermann, Moderator der Abendschau und anderer Sendungen beim Bayerischen Rundfunk. Veranstaltet von der Stadt Hersbruck, der Buchhandlung Lösch und den Möbelmachern und unterstützt vom Bayerischen Rundfunk und der Hersbrucker Zeitung wollen wir Schüles Buch und vor allem die Utopie des letzten Kapitels mit den Maximen der Slow City Bewegung vergleichen. Gleichzeitig erklären wir das etwas andere Zeitverständnis beim Möbelbau und -kauf in Unterkrumbach, reiten rum auf 18-jährigen Erfahrungswerten der Möbelmacher und auf 35 Jahren Relaxsesselgeschichte unseres Polstermöbelpartners Jori.

Das ZEIT-Dossier von Christian Schüle über die Zeit und Slow City

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30. März 08

Positano und Hersbruck, beide sind cittàslow

von Alice Niklaus
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Positano? Da war doch was? Zurück von der Italienreise google ich und siehe da:

Positano ist eine der vier italienischen Geburtsstädte der cittàslow-Bewegung. Hersbruck ist die erste cittàslow in Deutschland. Das Ziel der cittàslow-Mitglieder: "Entschleunigung und Erhöhung der Lebensqualität". Positano liegP1040447t an der einmalig schönen Amalfiküste in der Region Campania. Auf der ersten Fotografie ist ein Verkehrsspiegel mit drauf, ein Kreisverkehr hätte hier keinen Platz. Die Stadt in der Senkrechten! "Entschleunigung" ist auf den Strassen kein Thema, letztere sind so schmal und kurvenreich, dass langsames Fahren und aufmerksames  ZuFussP1040436Gehen überlebenswichtig ist. Die steilen Strassen sind sowieso nur "slowly" zu überwinden. Am Berg oberhalb Positano schmiegen sich Dörfer in die steilen Abhänge. Das Thyrrenische Meer liegt zu Füssen der Stadt, eine Traumlandschaft!

Ich erfahre eben von herwig Danzer, dass der Bürgermeister von Positano, Signore Pietro Ottavio Fusco, persönlich bei der Übergabe der SlowCity-Urkunde im Mai 2001 hier in Hersbruck anwesend war.

Mehr dazu: hier klicken
 

16. März 08

Jürgen Beyer macht den roten Ochsen für die Kochkursgäste

Kochkurselfiullajrgentisch Die Kochkurse von Elfriede Eusemann und Ulla Wolze sind meist schon vor der Veröffentlichung der Termine ausgebucht, weil wir pädagogisch und platztechnisch an Grenzen stoßen würden, wenn wir mehr als 15 Teilnehmer wären. KochkurselfiullajrgenmzwebAber für Jürgen Beyer vom roten Ochsen (Red Bull) haben wir sogar ein wenig überbucht, weil der Abend ob seiner Kompetenz und seines MaterialeinsatzesKochkurselfiullajrgenbeyel so beeindruckend zu werden versprach. Dank der traditionell kurzfristigen Absagen ("ich hab jetzt leider doch keine Zeit" was sich einfach nicht immer vermeiden lässt) ging es dann trotzdem noch auf.

Das halbe Lamm ist leichter zu "begreifen", wenn es im ganzen (halben) vor einem liegt, als  wenn jemand per Zeigefinger die äußeren Umrisse des Tieres andeutet. Jürgen ist einer der seltenen Miele-Köche, die sich ernsthaft in die Situation der Hausfrau begeben und auch mal die Automatikprogramme der Miele 5000 Serie freiwillig ausprobieren. Und so glaubwürdig kam die ganze Veranstaltung dann auch rüber, er liebt seinen Beruf und mit der Molekularküche kann auch mal am Espuma-Stickstoff-SiphonKochkurselfiullajrgenbeyer was schiefgehen, was alle Teilnehmerinnen mit Humor und einer Menge Küchenkrepp trugen.

Die Rezepte finden Interessierte in Kürze in unserer Rezeptdatenbank, die stetig um neue Kreationen bereichert wird.

Wer selber mal bei uns kochen will, findet alle Einladungen dazu auf der Testkochenseite.

Alles über die Massivholzküchen der Möbelmacher.

08. Dezember 07

Jahrbuch 2008, der Möbelmacher Infokalender ist im Druck

524 In diesem Jahr hat es furchtbar lange gedauert. Weil vor und nach der Consumenta nicht nur an den Wochenenden so viele Veranstaltungen waren, dass ich das Ding einfach nicht fertig bekam. Und obwohl sich Webse Nina rund um die Uhr um die Anzeigen bemühte, haben die fehlenden dann auch noch den Druck verzögert. Respekt vor den Anzeigenfachfrauen der Hersbrucker Zeitung, oder der Pegnitz-Zeitung, selbst unsere allzeit freundliche Nina musste alle Selbstbeherrschung zusammennehmen, um beim 10-ten Anruf über 2 Monate hinweg immernoch freundlich zu bleiben. Ich habe ihr versprechen müssen, meine Anzeigen immer pünktlich abzugeben, was uns eigentlich gar nicht so selten gelingt. .., zumindest nach dem zweiten Anruf.

Auf der homepage kann man sich auch die PDF-Datei herunterladen.

Das erste Jahrbuch der Möbelmacher entstand 1996, als noch (fast) niemand an das Internet glaubte. Es zeigt die interessantesten Einrichtungsprojekte aus dem vergangenen Jahr, aber auch alles rund um unsere Arbeit, die Mitarbeiter und das Leben in der Hersbrucker Alb und ist somit eigentlich ein ebenso jährlich, wie auf Papier erscheinender Vorläufer dieses Weblogs. Seit vier Jahren kann der Kalender, der laut neutraler Umfarage vom forschungswerk.de bei 35% unserer Kunden an der Wand hängt, auf unserer homepage auch als pdf heruntergeladen werden. Am Möbelkauf interessierten Menschen, netten Presseleuten oder Bloggern schicken wir ihn gerne zu, allen anderen auch, aber da berechnen wir glatt 7 Euro.

Das Editorial 2008 zum Kalendertitel ZEIT zu leben:

Ein Kalenderjahr im Zeichen der Zeit: Christian Schüle war für sein ZEITdossier im Dezember 2006 „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" auch in der Slow City Hersbruck und in Unterkrumbach zu Gast, und er hat während seiner Lesung anlässlich der Unterkrumbacher Werkstatt-Tage („Deutschlandvermessung") einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Dass sich Roland Zimmermann (am Foto rechts) vom Bayerischen Rundfunk als Moderator zur Verfügung stellte, lag wohl nicht nur an unserer langjährigen Zusammenarbeit, sondern an seinem Interesse für dieses Thema. Denn nur so konnte er eine Diskussion führen, die der Cittaslow Hersbruck alle Ehre machte. Schüle schrieb in der „ZEIT", dass unsere Kunden mehr Wert auf die Einrichtung, als auf teuere Autos legen, was Wolfram Steckbeck im Nachhaltigkeitsblog unter dem Motto „Wohnraum wichtiger als Hubraum" so kommentierte:

„Herzlichen Glückwunsch zum Artikel über die „international
erfolgreichen Möbelmacher“! Auch wir gehören
gerne zu Ihren Kunden, die sich lieber einen
wunderschönen Tisch und saubequeme Jori-Stühle
kaufen als ein teures Auto."

Hier ist Schüles Antwort auf Gerda Münzenbergs Weblogartikel über die Lesung. (Ungekürzt zu finden
im Nachhaltigkeitsblog vom 4.9.07:

Liebe Gerda Münzenberg,
wie Sie den einen oder anderen Gedanken der
„Deutschlandvermessung“ im kleineren und größeren
Kreise weiter diskutieren. Nichts wagt ein Autor
mehr zu wünschen als dies.
(...)
Ich habe Hersbruck am Samstag mit einem Gefühl
großer Erfülltheit verlassen, einem Gefühl von
Wärme und großer Sympathie, und ich bin glücklich,
dass das, was ich schreibe und anzubieten habe,

Mehr "Jahrbuch 2008, der Möbelmacher Infokalender ist im Druck" »

20. November 07

Beim Kalenderschreiben entdeckt

Kartevorderseitepostkart100 Man wühlt sich ja so durch das Archiv und Emails beim Kalenderschreiben und so kam ich auch auf die nette Mail eines Empfängers unserer Einladung zur Lesung mit Christian Schüle und den Unterkrumbacher Werkstatt-Tagen 07 unter dem Motto ZEIT zu leben (alle Artikel dazu sind in der Kategorie abgelegt).

Sein Schreiben:

Sehr geehrte Frau Danzer,

herzlichen Dank fuer Ihre Einladungskarte.
Moeglicherweise werde ich kommen.
Vorher werde ich jedoch als Leser der Wochenzeitschrift "Die Zeit"
Ihre Einladungskarte an die Chefredaktion "Die Zeit" senden, weil
der Druck auf Ihrer Einladungskarte genau dem geschuetzten Logo entspricht.
Mal sehen, wie die Chefredaktion in Hamburg reagiert.
Schade!!

Unsere Antwort:


Sehr geehrter Herr  ,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Seitdem ich 17 bin, habe ich die Zeit abonniert, inseriere dort immer mal wieder und veranstalte eine Lesung mit einem Redaktionsmitglied der Zeit, eben Christian Schüle, ein genialer Autor, der mit uns auch zum Thema Slow City diskutieren wird. In unserem Weblog bewerben wir die Zeit ganz heftig, weshalb ich überzeugt bin, dass auch die anderen von Ihnen benachrichtigten und damit dankenswerterweise hoffentlich auch eingeladenen Redakteure der Zeit das "künstlerische" Foto mit meinem Kater so sehen, wie es gedacht ist: als Werbung für die beste Wochenzeitung die ich kenne. Sollten Sie aber gar nicht das Foto meinen, sondern den Schriftzug unseres Veranstaltungstitels "Zeit zu leben", kann ich Ihnen versichern, dass die Verwendung des Wortes "ZEIT" in der Standardschrift "Georgia" selbst von übelstgelaunten Juristen nicht beanstandet werden kann. Würde mich freuen,  Sie am nächsten Freitag begrüßen zu dürfen, das lesenswerte Buch heißt "Deutschlandvermessung" und beschäftigt sich auch sehr stark mit den Werten einer Gesellschaft.

Mit freundlichen Grüßen aus Unterkrumbach

herwig Danzer
Das wunderbare Christian Schüle Dossier über die Zeit, Slow City und auch ein wenig Möbelmacher finden Sie übrigens hier im Weblog:
http://nachhaltigkeit.blogs.com/nachhaltig/2006/12/mbelmacher_im_z.html

Hach ja, mit was man sich alles beschäftigen muss. Die Lesung war übrigens toll, deswegen habe ich diese Mail zufällig wiederentdeckt.

 

 

25. September 07

Cittaslow, was ist das?

von Alice Niklaus

Später Kommentar zum Thema "Bildzeitung produziert Wortmüll rund um Cittaslow"

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Lieber herwig,

als Bloggeranfängerin habe ich in den Newsletter-Beiträgen gestöbert und bin dabei auf die im Frühjahr gelaufene Diskussion über das Wort Cittaslow gestossen. Auch ich habe es um und um gedreht, getrennt, auf den Kopf gestellt, anders zusammengesetzt, ohne dass mir die Bedeutung klar wurde. Ein zweisprachiges Wort, warum denn das! - Der Artikel vom Goethe-Institut  (hier klicken)  bringt mir den besten Zugang zum Wort Cittaslow und ist Anlass, alles, was unter diesem Stichwort bei Google gesammelt wurde, zu lesen.  Dass beim Goethe-Institut aus der Frankenalbtherme die Frankenelbtherme wurde, finde ich amüsant. Soweit das Wortgeplänkel.

Durch wen aber wird der Inhalt der "Vereinigung der lebenswerten Städte" an die Menschen, die in unserer Stadt wohnen, weitergereicht? Spontan fällt mir ein durch die Stadt Hersbruck betreuter Informationsstand anlässlich des Freitagmarktes ein. Am Ende der Veranstaltung würde hoffentlich Alt und Jung ausrufen: die Cittaslow - das sind wir!


Herzliche Grüsse
Alice Niklaus

"Bildzeitung produziert Wortmüll rund um Cittaslow"
Cittaslow auf der Möbelmacherhomepage
Slowcity Hersbruck im Radio

 

04. September 07

Christian Schüle: Antwort auf die "Nachricht aus der Provinz" von Gerda Münzenberg

Christian Schüle las am 17.August 07 in unserer Werkstatt aus seinem Buch Deutschlandvermessung.
Gerda Münzenberg informierte ihn per Weblog "Nachrichten aus der Provinz" über die Eindrücke, die er hinterlassen hat und stellte noch einige Fragen. Hier seine Antwort:

Christianschle Liebe Gerda Münzenberg,

natürlich erinnere mich an Sie! Leider komme ich (das Rasen der Zeit, da haben Sie es...) erst jetzt dazu, mich sehr herzlich für Ihren öffentlichen Brief vom 23.August zu bedanken, mit dem Sie mir eine große Freude bereitet haben. Die Lesung bei den Möbelmachern war eine rundum schöne Erfahrung, die mich stolz sein lässt, dass so gebildete und interessierte Leserinnen wie Sie den einen oder anderen Gedanken der „Deutschlandvermessung“ in kleineren und größeren Kreise weiter diskutieren. Nichts wagt ein Autor mehr zu wünschen als dies (zumal er genau das als Ideal ausgegeben hat)!
Sie haben ganz recht: der von mir skizzierte Ichling ist nicht direkt die Blaupause für einen Mittdreißiger „auf dem Land“. Während der Gespräche nach der Lesung wurde mir klar, dass das sicher eine heikle Verallgemeinerung ist, und auch jene Frage bleibt, wie man eine Sprache entwickeln kann, die die Ichlinge aller Schichten, also auch der untreren. erreicht, denn darum geht es ja, um ein schichten- und generationenübergreifendes Bewusstsein. Ich denke seit meinem Besuch sehr darüber nach.
Ich habe Hersbruck am Samstag mit einem Gefühl großer Erfülltheit verlassen, einem Gefühl von Wärme und großer Sympathie, und ich bin glücklich, dass das, was ich schreibe und anzubieten habe, von solch debattierfreudigen Menschen an- und aufgenommen wird. Von nichts werde ich mich abbringen lassen, diesen Weg weiter zu gehen, und das nächste Buch, wann immer es erscheint, wird verfasst sein im Wissen darüber, dass solcherart geistige Auseinandersetzung nicht nur eine der schönsten, sondern auch eine fruchtbringende Art zwischenmenschlicher Kommunikation ist. So etwas lässt sich nicht am Markt verhandeln. So etwas ereignet sich zwischen offenen Menschen im offenen Raum im gemeinsamem Aufbegehren gegen die Kontinuität des Schwachsinns.
Ganz besonders danke ich Ihnen schießlich für Ihre Worte Kapitel „Das deutsche Testament“, Ihr Urteil bedeutet mir viel.
Wann immer Hersbruck es mag, werde ich wieder zu  einer Lesung kommen, und wieder wird alles so gut organisiert und wohltuend durchgeführt sein, eine verständige Geneigtheit, von dem all die, die in den großen Städten leben und oft das Gefühl und die Leidenschaft verloren haben, nur lernen können. Darum, im übrigen, wird es in dem Roman gehen, den ich jetzt zu schreiben beginne: um den Verlust des Spürens und der Hingabe.

Seien Sie sehr herzlich gegrüßt von
Ihrem
Christian Schüle

(P.S. Und Sie werden es nicht glauben, aber in der Tat war ich mit meinem Neffen Noah erst am Badesee, dann im Biergarten, schließlich im
Kino....)

Hier nochmal Gerdas Artikel zum nachlesen.

Alle Artikel zum Thema unter der Rubrik ZEIT zu leben.

30. August 07

Vom Salongespräch zum Salonski

Aliceniklausbearbeitet von Alice Niklaus

Als ehemalige leidenschaftliche Skifahrerin machte ich mich nach der Lesung auf, den Zweydingers-Ski anzuschauen. Was mich am Treppenende anlachte, war einfach umwerfend. Strahlend schön hinten und vorn. WSki_furnier_apfel300_2enn ich an die Holzski meiner Kindheit denke... Allerdings, da steht nur  e i n  Ski. Falls jemand auf die Idee kommen könnte, in ein paar Wochen die Abfahrt vom Aroser Weisshorn im schweizerischen Bündnerland unter die Latten zu nehmen, käme er (oder sie!) einskiig nicht weit. Aber, lieber herwig, als Salonski genügt einer! Ich jedenfalls könnte ihn mir gut als Kunstobjekt im Entrée vorstellen!

+++++++++++

Alles über den Holzski der Möbelmacher

Holzski im Weblog

Artikel in der Hersbrucker Zeitung "Salongespräch"

Artikel von Alice Niklaus über das "Salongespräch"

Über die Lesung mit Christian Schüle:

Zum Artikel Christian Schüle las aus der "Deutschlandvermessung"
Zum Artikel "Deutschlandvermessung" in Unterkrumbach
Zu der Sonderseite auf unserer Homepage

 

23. August 07

Nachricht aus der Provinz - zur Lesung mit Christian Schüle

von Gerda Münzenberg

Lieber Christian Schüle,

ich fand es großartig, dass Sie aus der fernen Großstadt Hamburg zu uns in die fränkische Provinz gekommen sind. Sie haben mit der Lesung aus Ihren fulminanten „ Bekenntnissen eines Mittdreißigers“ ein wenig vom Geist der großen weiten Welt in unsere ländliche Region getragen und damit eine ganze Reihe von Diskussionen in kleineren Kreisen (wenn auch nicht im Salon!) angeregt, die – generationenübergreifend - zum Teil recht kontrovers verlaufen sind. Vielleicht interessiert Sie das Echo, das Sie bei uns  hervorgerufen haben.

Denn zunächst mag es für Sie ein wenig enttäuschend gewesen sein, dass unmittelbar nach der Lesung nur so wenige qualifizierte Fragen zu Ihrem Text gestellt wurden. Aber vielleicht sind Sie daran schon gewöhnt. Obwohl ich Ihr Buch schon vorab gelesen hatte, war auch ich – wie fast alle anderen Zuhörer -  überfordert, auf einzelne, zum Teil durchaus provozierende Aussagen in Ihrem Text unmittelbar  einzugehen. Zuviel stürmt da in relativ kurzer Zeit auf den Hörer ein und um dazu Stellung zu nehmen und Fragen zu formulieren braucht ein im Diskutieren weniger Geübter  als Roland Zimmermann  einfach viel mehr Zeit. Außerdem sind wir ja eine Slow-City und dadurch gewohnt, eher  mit Bedacht zu reagieren. Ich habe inzwischen Ihr Buch noch einmal gelesen. Das ist bei dem anspruchsvollen Text durchaus notwendig. Dadurch -  und auch durch die persönliche Begegnung mit Ihnen während und nach der Lesung - habe ich  manche Dinge  neu sehen  und verstehen gelernt.

Sie haben  für Ihr ZEIT-Dossier „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ ja schon einmal Fühlung  mit unserer Region aufgenommen und wissen dadurch selbst, dass im ländlichen Bereich ein völlig anderer Umgang mit der Zeit vorherrscht und dass man zu anderen Lebensfluchten greift, als in der Großstadt.  Für uns sind Ihre  Schilderungen eher wie Botschaften aus einer fernen Welt. Zwar hat man im Medienzeitalter auch im hintersten Winkel unserer Republik die Möglichkeit, teilzunehmen am allgemeinen großen Palaver  – wenn man daran überhaupt interessiert ist. Laufen solche Typen, wie Sie sie in Ihrem Kapitel „Die Gattung der ICHlinge“ schildern, in Hamburg wirklich massenhaft herum? Die Mittdreißiger hierzulande dürften sich darin eher  nicht repräsentiert zu sehen. Hier ist es noch durchaus üblich, sich aktiv in einem Sportverein zu engagieren, zu wöchentlichen Probeabenden von Musikgruppen zu gehen, seine Freizeit im Umweltschutz, in der Freiwilligen Feuerwehr, in der Nachbarschaftshilfe, beim Tierschutz, beim Roten Kreuz oder mit der Betreuung benachteiligter Kinder zu verbringen. Hier räumt ein Handwerksbetrieb noch seine Werkstatt aus, um einer Lesung eines ZEIT-Autors auf hohem Niveau Raum zu geben. Daneben gibt es allerdings durchaus eine gewisse Schicht, die weitgehend den von Ihnen in dem Kapitel „Die Rückkehr der Spießer“ aufs Korn genommenen Typen entspricht  Der Rest verharrt in reinem Stumpfsinn.

Das dürfte in Hamburg oder Berlin nicht anders sein, nur wird  der Stumpfsinn in  Großstädten etwas andere Ausprägungen zeigen. Die Zukunft unseres Landes wird jedoch nicht nur von den ICHlingen, den „Yuppies“ und „Dinks“  und den neuen Spießern gestaltet werden , sondern weitgehend auch von dem Verhalten der sogenannten Unterschicht. Deshalb wäre es gut, wenn Sie in einem  Nachfolge-Buch „Deutschlandvermessung “ auch darauf eingehen würden. Dass Sie zuhören  und sich auch in  Verhältnisse , die Ihnen nicht so vertraut sind, einfühlen und hineindenken können und  dass Sie vor allem in der Lage sind, die daraus gewonnen Erkenntnisse auch in  adäquate Worte zu fassen, das haben Sie mit Ihren „Recherchen“ schon hinreichend bewiesen, auch wenn die Lebensfluchten, die  auf dem Land üblich sind, Ihnen eher fremd sein werden.

Im Übrigen: Das Kapitel „Das deutsche Testament“ ist das  Subtilste, Stimmigste und Wahrhaftigste, das ich zu diesem schwierigen Thema je gelesen habe.
Und nun freue ich mich auf Ihr Türkeibuch, das ich mir morgen kaufen werde.
Ich hoffe, Sie kommen wieder einmal  zu einer Lesung nach Hersbruck.
Achja: Wie Sie vielleicht schon erraten haben, ich bin die Omi , die mit Schwiegertochter und Enkelin bei Ihrer Lesung war,  die Enkelin konnte jedoch nicht mehr mitdiskutieren, denn sie musste jobben gehen. Erinnern Sie sich? Aber das generationenübergreifende Gespräch haben wir am nächsten Tag nachgeholt.
Mit herzlichen Grüßen aus der Provinz,

Gerda Münzenberg

Hier ist Christian Schüles Antwort

Zum Artikel Christian Schüle las aus der "Deutschlandvermessung"
Zum Artikel "Deutschlandvermessung" in Unterkrumbach
Zu der Sonderseite auf unserer Homepage

21. August 07

Alice Niklaus zu "Salongespräch in der Werkstatt"

von Alice Niklaus
(der ursprüngliche HZ-Artikel zur Lesung mit christian Schüle ist hier zu lesen)

Christianpublikum_2 Es gibt nicht nur 30jährige Ichlinge, ich gehöre zu den 70jährigen und habe damit angefangen, mich dem Druck des "Pluralismus" zu entziehen (Wikipedia:
der Begriff Pluralismus bezeichnet die Koexistenz von verschiedenen Interessen und Lebensstilen in einer Gesellschaft).

Zu "Sehnsucht nach Langsamkeit, Substanz, Qualität und Tiefe": Ich habe die Möglichkeit, das Lifekonzert eines bekannten klassischen Orchesters im Strudelbad essender- und plaudernderweise im Freundeskreis unter einem Sternenhimmel zu hören. Ich habe aber auch die Möglichkeit, schwimmen zu gehen, ein Konzert im Konzertsaal zu hören, das Essen im Freundeskreis unter der Pergola zu geniessen und den Sternenhimmel allein zu beobachten. Welche Möglichkeit stillt meine Sehnsucht nach Langsamkeit, Substanz, Qualität und Tiefe wohl am ehesten?

Zu "Diskutieren und nachdenken": Ja, einverstanden, gerne! Nur, wer unter uns über 60jährigen hört zu? Ich stelle fest, dass ich darum kämpfen muss, zu Wort zu kommen. Die Sprache der Langsamen hat keine Chance, gehört zu werden.
Den Schnellrednern und Wortgewaltigen gehört die Zeit, sie stehlen den Nachdenklichen, nach Worten Suchenden den Platz. Die Quantität trampelt die Qualität der Inhalte erbarmungslos nieder - siehe die Talkrunden, die Schüle anspricht.  Die Langsamen geben auf und bleiben auf der Strecke. "Salongespräche" im Sinne des Autors wären möglicherweise ein neuer Anfang, die "geistigen Aktien" einzubringen.

Ich wünsche Christian Schüle etwas mehr Langsamkeit beim Vortragen seiner Texte. Den Inhalt des Buches kannte ich schon vor der Lesung. Das war gut so, denn dem rasanten Tempo des Schriftstellers hätte ich sonst kaum folgen können. Atemlos! Beinah hätte ich sie vergessen, die Frage nämlich: Versteht Christian Schüle unter dem Begriff  "Altersgenossen" Männer und Frauen?

Fazit: Ein sehr interessantes Buch mit Nachhaltigkeit.
Alice Niklaus

Zum Artikel Christian Schüle las aus der "Deutschlandvermessung"
Zum Artikel "Deutschlandvermessung" in Unterkrumbach
Zu der Sonderseite auf unserer Homepage






20. August 07

Diknu Schneeberger Trio bei den Möbelmachern

 Für die Hersbrucker Zeitung schrieb Thomas Raum (selbst hervorragender Musiker) eine feinfühlige Kritik über das Eröffnungskonzert in unserer Werkstatt.Gitarrenfestival600_3

von Thomas Raum

UNTERKRUMBACH — Was der 17-jährige Gitarrist Diknu Schneeberger mit seinem Vater Joschi am Kontrabass und seinem Gitarrenlehrer Martin Spitzer an der Rhythmusgitarre bereits beim Auftaktkonzert des 8. Hersbrucker Gitarrenfestivals dem Publikum boten, ließ keine musikalischen Wünsche offen. Herrlicher Gypsy Jazz und Djangoswing, authentisches Material und Kreationen aus eigener Feder, jedoch im typischen Gewand, fesselten am Samstagabend die Zuhörer bei den Möbelmachern.

„Zeit zu leben, “ mit diesem Motto eröffnete Herwig Danzer den Abend, ganz im Sinne der Slow City Philosophie Hersbrucks, deren Vorzeigeprojekt das internationale Gitarrenfestival sei. „Heute Abend nehmen wir uns die Zeit für Musik, “ so Danzer und verwies auf eine entstehende CD, auf der Künstler des Gitarrenfestivals und talentierte junge Künstler zu hören sein werden und die vom Rotary Club Auerbach unter dem Motto „Völkerverständigung “ und „Förderung der Jugend “ finanziell „angeschoben “ wird. Natürlich könnten sich auch noch Firmen, Serviceclubs und andere Menschen daran beteiligen.

Hersbrucks Bürgermeister Wolfgang Plattmeier fasste sich kurz und begrüßte im Anschluss zahlreiche Ehrengäste, darunter seine Stellvertreterin Brigitta Stöber und den stellvertretenden Landrat Norbert Dünkel und dankte den Sponsoren für deren Unterstützung. „Heute gehört es einfach dazu, “ so Plattmeier über das anfangs noch nicht so angenommene Festival, bei dem es heute immer mehr „Größen “ und „Highlights “ zu hören gibt.Diknuschneebergergitarre100

  Ohne große Worte kurz eingezählt und ab ging die Reise für die Zuhörer. Das Trio um den jungen Nachwuchsgitarristen Diknu Schneeberger, Gitarrenwunder und Virtuose aus Wien, bot ein wahres Feuerwerk an Virtuosität und Spielfreude. Seine Finger flogen nur so über das Griffbrett, absolut perfekt, rhythmisch und sauber was hier geboten wurde. Ein klasse Timing, sehr schönes Melodiespiel, gefühlvoll, ob bei langsamen oder schnellen Stücken. Das erst seit einem Jahr zusammenspielende Trio agiert auf einem Niveau der allerersten Güte.

Ob Stücke von Django Reinhard oder aus eigener Feder, ob interpretiertes Material von Santana oder das durch Chick Chorea bekannte „Light as a feather “ - hochwertiges und schwierigstes Material wird in einer enormen Leichtigkeit dargeboten, die an Birelli Lagrene erinnern lassen. Getragen von seinen beiden Mitspielern stehen dem Solisten Diknu alle Türen offen. Sein filigranes Solospiel zeichnet ihn aus. Ohne Hinzusehen arbeitet sich Diknu Schneeberger leichtfingrig über das ganze Griffbrett, ein Könner, der erst vor dreieinhalb Jahren das Gitarrenspiel begonnen und davor Schlagzeug gespielt hat. „Es kann schon vorkommen das ich die Gitarre ein paar Tage nicht anfasse, “ so ein lockerer Diknu Schneeberger im Gespräch in der Pause, der sich danach noch um das weitere Programm kümmerte. Ganz ohne Allüren, einer zum Anfassen, einer der gerne über sein Spiel spricht und lacht bei der Frage, wie er sich nach nur drei Jahren diese komplexen Stücke merkt und alles aus dem Kopf spielt.Diknuschneebe2gitarre1000_2

Der Abend wird zu einem „Tanz auf dem Griffbrett “. Normalerweise klingt nach einiger Zeit gypsy-Swing jeder Song ähnlich, wie bereits gehört - bei diesem jungen Talent in keinster Weise. Hier hat einer das exakt richtige Gefühl, versteht es mit einer irrwitzigen Leichtigkeit und wirklichen Emotion zu spielen, die jemandem in die Wiege gelegt sein muss und irgendwann ausbricht. Diknu Schneeberger fesselt, weckt Interesse durch sein Spiel, ist ein begnadeter Gitarrist, der den perfekten Ton hat, egal ob im Geschwindigkeitsrausch, im Vordergrund oder in wunderschöner schwülstiger Jazzmanier als Teambegleiter, wie beim „Minor Blues “ oder bei „Sandys Bolero “, dem Stück seines Lehrers Martin Spitzer, der seinen „Schüler “ trägt, aber seine eigenen Soli nicht verstecken muss.

Nach einem letzten, dreigeteilten Stück von Django, Spitzer und „Papa “ Schneeberger reißt es die Zuhörer von den Stühlen und es gibt Beifallsstürme. Nach Zugaben und einem klasse Akustik-Musikabend mit tollen Künstlern und super Sound, ohne mächtig was auf die Ohren, bleiben keine Wünsche offen. Was mag da in dieser Woche noch kommen? Und wie mag dieses junge Übertalent wohl in zehn Jahren spielen? Die CD „Rubina “ des Trios ist jedenfalls jetzt schon ein Leckerbissen und ein Muss für alle Gypsy Fans!
Thomas Raum 20.8.2007

Hier der Artikel bei der Hersbrucker Zeitung

19. August 07

Christian Schüle las aus der "Deutschlandvermessung"

von Anselm StieberAnselmsteiber600

Res publica – die Sache, die uns alle angeht – was ist das? Die Weisen, die beamteten Philosophen schweigen dazu. Die für alles zuständigen Parteien, die steuerfinanzierte Politik also, kümmern sich um die nächste Wahl. Und da kommt das Thema „Res publica“ auch nicht vor.

Wer sich vergangenen Freitag den Luxus erlaubte, nach Unterkrumbach zur Lesung von Christian Schüle zu fahren, ist in dieser Frage klüger. Hinter seinen tiefgründigen, teils spitzzüngigen, immer plastischen, um Genauigkeit bemühten Formulierungen verbirgt sich eine Zustandsanalyse unserer Gesellschaft aus dem Erfahrungsbereich eines Mitdreißigers. Das Ergebnis: um unsere Gesellschaft, um unsere Werte, Vorbilder und Verhaltensweisen ist es schlecht bestellt. Als „Ichlinge“, ratlos, ohne Kriterien, gleichgültig, auf sich bezogen beschreibt er seine Generation. Konsens im Konsum ist das einzig Verbindende. Interessant dabei, Schüles Analyse wurde, wie die Diskussionsbeiträge im Anschluss deutlich machten, als ein vehementer Appell, ein Aufruf an alle wachen, an ihrem Land und seiner Zukunft interessierten Menschen verstanden, gleich welchen Alters.Christianschle2_2

Es geht um den „Auszug aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit“, also um Aufklärung. Naturwissenschaftliche Erkenntnisse und ökonomische Werte allein werden in der Zukunft noch weniger ausreichen, um ein gesundes, selbstbestimmtes wirklich anspruchsvolles, humanes Leben zu führen.

Für manche mag es revolutionär klingen. Eine von Tugenden wie Wahrhaftigkeit, Achtsamkeit und Demut bestimmte Neuorientierung des bürgerlichen Lebens könnte so ihren Anfang nehmen. Kleinräumig organisiert, getragen von jedem, da, wo er gerade steht. Die Res publica wieder in die Hände der Bürger. Wo sie ja ursprünglich auch hingehört.

Anselm Stieber

Artikel von Gerda Münzenberg zum gleichen Thema

Rezension von Martin Lösch

Wie die Idee zur Lesung entstand

Roland Zimmermann fragt nach

18. August 07

"Deutschlandvermessung" in Unterkrumbach

Publikumrolandchristian76 Menschen waren gekommen um die Lesung und Diskussion mit Christian Schüle und Roland Zimmermann zu verfolgen. Es war spannend, inspirierend und alles in allem ein zukunfstweisender Abend. Die schönste Beschreibung dafür fand Gerda Münzenberg in einer Mail gleich heute früh:

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Christianroland Hallo Herwig, der Abend ist doch wirklich großartig gelaufen. Ich habe schon lange keine Lesung mehr erlebt, die so anregend, lebendig und mitreißend gewesen wäre. Christianpublikum Das kam meines Erachtens zum einen durch die gute Textauswahl zustande und zum anderen durch die mehrmalige Unterbrechung der Lesung, die ja durchaus hohe Anforderungen an das Konzentrationsvermögen der Zuhörer stellte.  Einen nicht geringen Anteil am Gelingen des Abend trug auch Roland Zimmermann bei, der durch seine kurzen, prägnanten und souverän gestellten Fragen die gehörten Ausführungen auf den Punkt brachte. Signieren Ich fand es auch sehr sympathisch, dass beide - Christian Schüle und Roland Zimmermann - sich nach der Lesung nicht davongeschlichen haben, sondern noch so lange zu persönlichen Gesprächen zur Verfügung standen. Die ruhige und freundliche Art des Zuhörens und Eingehens auch auf  provozierende Fragen hat mich wirklich beeindruckt. Ich glaube, die Zukunft der Bundesrepublik lässt hoffen, wenn sie mitgestaltet wird von  Menschen, die es wagen, "Wahrhaftigkeit", "Achtsamkeit" und "Demut" wieder in ihren Wortschatz aufzunehmen, ohne zu fürchten, als antiquiert abgestempelt zu werden.Christianschle3
Hoffentlich werden sie gehört in unserer Gesellschaft des Raubtierkapitalismus, wo die Reichen nur danach trachten, noch reicher zu werden, ohne Rücksicht auf Verluste, welcher Art auch immer.

Gruß Gerda

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Wir bedanken uns ganz herzlich bei Christian Schüle, der die lange Reise von Hamburg nach Unterkrumbach auf sich genommen hat und sich auf die Minute an unseren Zeitvorschlägen orientierte. Er hat wirklich die Menschen aller Altersgruppen begeistert.

Anselmmartinute Besonderen Dank auch an Roland Zimmermann, der mit uns (Anselm Stieber, Ute und herwig Danzer) sogar einen Vorbereitungsabend verbrachte und so perfekt eingearbeitet war, dass er aus der nicht ganz leichten Lesung einen inspirierenden Abend machte. Von allen Seiten wurde seine Moderation gelobt.

Thomasgeiger1000 Dank an alle Mitstreiter (Hersbrucker Zeitung, Gerda Münzenberg, Anselm Stieber) und vor allem die Gäste, die mit ihren Diskussionsbeiträgen und der Anwesenheit zeigten, dass das Hersbrucker Land für die Zukunft gerüstet wäre, wenn auch die Entscheider ein wenig von diesem Geist einfangen würden. Mal sehen.


Dank auch für die Fotos, die meisten sind von Thomas Geiger, photopool.de.

17. August 07

Roland Zimmermann fragt nach - Lesung mit Christian Schüle am Freitag, dem 17. August, 19:00

Waskannhersbrucktun_3 Roland Zimmermann fragt nach

Als Redakteur des Bayerischen Fernsehens ist Roland Zimmermann immer in der Pflicht die Rolle des Publikums zu vertreten und seine Fragen zu stellen: „Was ist ein ICHling?“ wird vielleicht die erste Frage an Christian Schüle sein, aber auch zwischen den Kapiteln der Lesung und besonders bei der Abschlussdiskussion wird er das Ziel des Abends konsequent verfolgen: „Was sollte Hersbruck tun, um die Lebensqualität einer cittaslow für alle Einwohner nachvollziehbar und greifbar zu machen?“

Die Stadt Hersbruck, die Buchhandlung Lösch und die Möbelmacher erhoffen sich von seiner Moderation, den Diskussionsbeiträgen der Gäste und natürlich Schüles Buch „Deutschlandvermessung“ neue Einsichten in die Befindlichkeiten einer Kleinstadt. Dass Lebensqualität auch eng mit der Einrichtung der eigenen vier Wände zusammen hängt, zeigen die Unterkrumbacher an den beiden folgenden Tagen der offenen Tür zwischen 10 und 17 Uhr. Wer schon im Vorfeld Fragen stellen möchte, eigene Gedanken beisteuern oder einfach nur alle bisherigen Texte nachlesen möchte, findet diese Möglichkeit in der Kommentarfunktion des Nachhaltigkeitsblogs der Möbelmacher in der Rubrik „ZEIT zu leben“ unter www.die-moebelmacher.de/weblog.

Deutschlandvermessung - Wie wollen wir leben?

von Martin Lösch

Martinaloesch Christian Schüle, Deutschlandvermessung. Abrechnungen eines Mittdreißigers.

Die Achtziger Jahre waren die für Christian Schüle prägende Zeit. Vier Schlüsselereignisse um und ab 1985 haben den 1970 geborenen Autor nachhaltig beeinflußt wie die Dauerpräsenz Helmut Kohls: Aids, Tschernobyl, Gorbatschow und die Wiedervereinigung. Sie sind Eckpfeiler im Bewußtsein dieser Generation.
Aus der geschichtlichen Rückbesinnung heraus beginnt er die Beschreibung unserer momentanen Alltagskultur.

Die jetzt Dreißigjährigen wuchsen im blühenden Wohlstand auf und es „gab nichts außer Zuversicht“. Ihr Lebensgefühl war beherrscht von der Überzeugung, nichts sei unmöglich. Sie waren an keinerlei Tradition gebunden. Schüle weiß, daß es bald an ihm und seinen Altersgenossen ist, die begrifflose Republik in den Griff zu nehmen, in der alles beliebig und alles erlaubt ist.

Kultur1708lo050807Dazu müssen sie sich selbst neu erfinden, denn die alte Bundesrepublik rheinisch geprägter Politik mit ihrem Versprechen ewiger Absicherung ist seit Gerhard Schröder vorbei. Sie sind die ersten arbeitslosen Akademiker und Opfer der Erosion des Sozialstaats, sie tasten sich voran, richten sich in Intervallen ein, nicht mehr im Leben, denn ein Lebensentwurf hat heute keinen Sinn mehr.
In den Achtzigern begann auch die bis heute fortschreitende Veränderung unserer Kultur durch Privatfernsehen, Computer und Internet, der „man später den Namen Kommunikationsgesellschaft geben würde“.

Sprich, das was man heute als Lebensstil bezeichnet ist nur Konsumstil, man klebt nicht an Ideen sondern an Dingen. Nachdem seit 1985 der Aufklärungsdruck aus der Achtundsechziger-Zeit nachgelassen hat, stören keinerlei ideologische Scharmützel die Selbstentfaltung.
Was damals hinterfragt und neu bewertet wurde ist heute einer Kommerzkultur gewichen, in der Marken zu Götzen und Logos zu Ikonen wurden. Seh- und Wahrnehmungsgewohnheiten änderten sich völlig. Dies gilt auch und im besonderen für unser Verständnis von Politik.
Politik in der „Epoche des Entertainments“ unterliegt den Regeln einer Erregungsindustrie: auf gezielte Erregung, Angst und Wut folgen gezielte Erlösung, Heil und das Gute.
Der deutsche Totalboulevard zwingt das politische Personal, ihre Bühnen zu betreten. Wer das Spiel nicht spielt, hat verloren. „Die Massenmediendemokratie hat die Parteiendemokratie weitgehend ersetzt, das Parlament hat die Aufgabe von Öffentlichkeit und Diskussion an die Talkshow abgegebe n“.  Einsamer Höhepunkt der Politik als „Staatstheaterposse“ war für Schüle die „Vertrauensfrage“ des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder.

Kulturkritik kann mehr sein als die Ironisierung von Defekten. Das zeigt uns Schüle anhand der Rede Richard von Weizsäckers zum 8.Mai 1985. Für ihn ist von Weizsäcker der letzte große intellektuelle Repräsentant der Deutschen. Inzwischen sind über zwanzig Jahre vergangen, ein geradezu erdrückender Beweis für das inhaltliche Vakuum, indem wir uns bewegen.
„Dienen wir unseren inneren Maßstäben der Gerechtigkeit“ ist für Christian Schüle das Leitmotiv aus von Weizsäckers Rede. So könnte das enorm gestiegene Tempo der Veränderungen von unserer Gesellschaft und Kultur bewältigt werden, Umsicht und Respekt verändern unser Verhalten und ersetzen den alten Wertekanon, der bisher unseren Umgang mit unserer Vergangenheit und anderen Kulturen bestimmt hat. Er verordnet uns Gelassenheit, und frei nach Friedrich Schiller: Hoffnung und Freude.

Christian Schüles Buch ist ein wichtiger Beitrag zu unserer Kultur der Gegenwart, elegant und pointiert geschrieben, mit viel Lust an der Provokation, der viel Stoff für Diskussionen bietet. Er möchte weg von den Internetforen , denn das persönliche Gespräch ist ihm wichtiger.
Martin Lösch

Christian Schüle, Deutschlandvermessung.
Piper Verlag, 2006., geb. m.SU., 187 S., 16,90 €

Taschenbuchausgabe ebenso Piper Verlag, 8,- €

16. August 07

Newsletter Nr. 33: Werkstatt-Tage vom 17. bis 19. August

Abbestellmail wie immer am Ende des Newsletters!

Komfortabler und mit Bildern lesen Sie alle Newsletter in unserem Weblog.

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Rolandzimmermann400Liebe Leute,

das Eröffnungskonzert des Gitarrenfestivals ist komplett ausverkauft, also richtig komplett, nichtmal Grischberla kriegen wir noch unter. Newsletterleser waren mal wieder im Vorteil. Mit großer Spannung erwarten wir am Freitag Abend (19:00 Uhr) Christian Schüle, der zusammen mit dem Moderator Roland Zimmermann vom Bayerischen Rundfunk sein Buch "Deutschlandvermessung" auch im Zusammenhang mit der Slow City Hersbruck diskutieren wird. In seinem Zeit-Dossier schrieb Schüle im Januar drüber, jetzt kann nachgefragt werden. Am Samstag und Sonntag sind wir unter dem Motto "Zeit zu leben" von 10 bis 17 Uhr für Sie da und zeigen das Neueste aus unserer Werkstatt zwischen Ski und Küche.

Apropos Newsletter: Unsere Ankündigung der Ugandareise führte nach kurzen Mails mit Ingrid (Bad und Heizung) Kreuz und Pater Anthony Kibira zu einem Treffen in der Nähe von Masaka und einer gemeinsamen Flugreise von Entebbe nach Amsterdam, bei der wir Anthonies Eltern und Geschwister nicht nur zum richtigen Gate begleiten durften. Und natürlich gab´s gestern ein Folgetreffen in Unterkrumbach. Wie klein ist die Welt?

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Die Themen heute:

1. Alle Texte zur Lesung im Blog

2. Von Ugandas Rindentuch beeindruckt

3. Erster Platz und Belobigung für unsere Lehrlinge

4.
Bioerlebnistage und Grüne Lust


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1. Alle Texte zur Lesung im Blog
 

Unter der Kategorie "ZEIT zu leben" sammeln wir in  unserem Weblog alle Beiträge, Links und Zeitungsartikel zur Lesung, weil wir schon im Vorfeld gerne wüssten, was Sie interessiert. Anselm Stieber, Martin Lösch, Gerda Münzenberg und seltsame Newsletterschreiberlinge haben ihre Gedanken beigesteuert, Walter Grzesiek brachte die meisten davon auch in die Hersbrucker Zeitung. Hinter jedem Artikel steht ganz klein "Kommentare," einfach draufklicken und Kommentieren, oder Links zu anderen interessanten Beiträgen zum Thema reinschreiben. Wer ganze Artikel veröffentlichen möchte, kann uns diese einfach per mail schicken, dann werden wir dieselben ebenfalls zur Diskussion stellen.  Wie wollen wir in Zukunft leben,welche Rolle spielt dabei die Zeit, was ist Lebensqualität, welche Bedeutung hat dabei unser Dorf, die Stadt, die Region? Eintritt 8 Euro.
Im Blog: http://nachhaltigkeit.blogs.com/nachhaltig/zeit_zu_leben/index.html
Homepage:
http://www.die-moebelmacher.de/startseite/aktuell/veranstaltungen/uwt/werkstatt-tage07.html

Natürlich ist dort auch der aktuelle Artikel aus der brandeins (das beste Wirtschaftsmagazin) im August nachzulesen. Hier:
http://nachhaltigkeit.blogs.com/nachhaltig/2007/08/brandeins_citta.html

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36_gespraech 2. Von Ugandas Rindentuch beeindruckt

Apropos Region. Wie kommen neurotische Regionalfuzzis wie die Möbelmacher auf die Idee, ihre Möbel und Fenstergestaltungen  mit Rindentuch aus Uganda zu bereichern? Regionalität heißt ja nicht unbedingt Provinzialität  und fair gehandelte handwerkliche Produkte aus Afrika sind nach unseren Erfahrungen (auch denen des 23 Jahre alten Eine Welt Vereins Cocoyoc aus Hersbruck) die sinnvollsten Beiträge für die Lebensqualität im anderen Kontinent. 

Wir hatten das Glück die Produktion und das ganze südliche(!) Land besichtigen zu dürfen und sind beeindruckt von den daran beteiligten Menschen. Bei sevenload können Sie nicht nur die Fotos und Videos der Rindentuchherstellung sehen, sondern auch von der Barkcloth-Party am Samstag Abend.

Familiekibiraflughafen800 Am Heimweg durften wir im gleichen Flugzeug eine Familie aus Birongo begleiten, deren Sohn ein paar Wochen vorher bei Familie Kreuz einen Vortrag über die geplante Gesundheitsstation hielt. Unglaublich, einige bestreiten sogar das Wort Zufall. Wer selbst eine Reise nach Uganda plant, kann uns gerne kontaktieren oder unser Reisetagebuch lesen. Gerne geben wir alle unsere Erfahrungen und Fotos an Sie weiter.

In loser Folge werden auch im Weblog einzelne Artikel zu den unterschiedlichsten Themen erscheinen, die ersten beschäftigen sich natürlich mit dem Rindentuch, zu dem wir auch eine inspirierende Sonderseite auf der homepage eingerichtet haben. Denn neben allen anderen Kriterien ist Rindentuch auch einfach ein furchtbar schöner Stoff, der auch in good old germany toll aussieht.

Rindentuchsonderseite

Blogbeitrag und Links zu den Fotos

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3. Erster Platz und Belobigung für unsere Lehrlinge


Christian Habenstein gewann mit seinem Gesellenstück den ersten Preis bei der guten Form und war gleichzeitig Jahrgangsbester, Erhard Gahl erhielt eine Belobigung für sein Gesellenstück. Is doch immer wieder schee. Den beiden alles Gute für die Zukunft.

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4. Bioerlebnistage und Grüne Lust

Ausnahmsweise sind wir diesmal nicht auf der grünen Lust, weil dort eine super Modenschau stattfindet und wir die Models nicht zum Schlemmen verführen sollen. Trotzdem laden wir sie heftig dazu ein, denn die grüne Lust ist immer eine Reise wert. Dafür kochen wir mit den üblichen Verdächtigen (Diana Burkel, Stefan Rottner) während der Bioerlebnistage am Hauptmarkt in Nürnberg. Wird sicher wieder ganz  lustig.  Alles über die grüne Lust vom 14. bis 16. September und den absolut sehenswerten Film über den Farmer John hier:
http://gruene-lust.de/index1.html

Alles über die Bioerlebnistage am 5. und 6. Oktober hier:
http://www.bioerlebnisnuernberg.de/

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Wünschen noch einen wunderschönen Sommer und freuen uns immer auf Ihr Kommen

Ihre Möbelmacher

 

herwig Danzer

Apropos Sommer, der Winter kommt. Den einzigen Ski mit fränkischem Apfelbaum finden Sie hier:
http://www.die-moebelmacher.de/startseite/produkte/holzski.html
Die aktuellen Sofa- und Sesselangebote hier:
http://www.die-moebelmacher.de/startseite/produkte/sonderangebote/jori15aktion.html
http://www.die-moebelmacher.de/startseite/produkte/sonderangebote/sofaaktion.html

 

Sollten Sie keine Mails mehr von uns wollen, mailen Sie einfach an

mailto:abbestellen@die-moebelmacher.de

Anregungen und Kommentare:
mailto:herwig.danzer@die-moebelmacher.de
website:  http://www.die-moebelmacher.de
weblog: http://nachhaltigkeit.blogs.com/
Unterkrumbach 39
91241  Kirchensittenbach
09151 - 862 999
Geschäftsführer: herwig Danzer und Gunther Münzenberg
Amtsgericht Nürnberg HRB 14700

14. August 07

Von Fast Food zur Cittaslow

von Anselm Stieber

 

Das Jahr 1971, Anselmsteiber600genauer der 12. Dezember dieses Jahres markiert in der kulturellen Entwicklung unseres Landes einen Knick, eine deutliche und daher bemerkenswerte Zäsur. An diesem Tag eröffnete in Deutschland das erste Restaurant der amerikanischen Fast-Food-Kette McDonalds. Die Idee, dass das, was uns im wahrsten Sinne des Wortes am Leben erhält, das Essen nämlich, wie ein Produktionsvorgang rationalisiert, vereinfacht, beschleunigt und verbilligt werden kann, war Wirklichkeit geworden. Auf breiter Front begann sich die Vorstellung durchzusetzen, dass es verlorene, ja vergeudete Zeit ist, sich mit Nahrungsmitteln, ihrer Qualität und Herkunft oder gar den Raffinessen ihrer Zubereitung zu beschäftigen. Zwei Zahlen belegen den Erfolg dieser Idee. 1989 übersprang der Umsatz von McDonald Deutschland die Milliardengrenze und 1999 wurde das 1000 Restaurant dieser Kette eröffnet.

Offensichtlich eine Erfolgsstory, die sich auf vielfältige Weise fortgesetzt hat. Von ihr profitiert heute ein Großteil der Industrie, die um die Ernährung der Bevölkerung besorgt ist. Doch mittlerweile fragen sich manche, wer denn dabei nachhaltig gewonnen hat, außer natürlich McDonalds & Co., und wer vielleicht draufzahlt, wer der Verlierer dieser Entwicklung ist.

Man muss nicht die Menüvorschläge der Köche Ludwigs XIV studieren, um zu verstehen, dass es eine Esskultur gibt, und dass, wer wirklich gut leben will, einfach Zeit haben muss, eben "ZEIT zu leben". Dabei geht es nicht um den schmalen Mittelweg zwischen gierigem Schlingen und asketischem Fasten. Es geht um Verfeinerung, um Kennerschaft und Unterscheidungsvermögen, also um Kultur. Und das ist im Eiltempo nicht zu haben. Etwas überspitzt kann man sagen, dass der eigentliche Luxus von Kultur, also auch der Esskultur, das Zeithaben ist.

Kultur1508lo030807 Was hier der Einfachheit halber auf die Geschäftsidee von McDonalds verengt wird, ist auf breiter Front ein fundamentaler und erfolgreicher Angriff auf einen zentralen Teil der abendländischen Kultur. Um die Frage nach den Verlierern wieder aufzugreifen: die vermeintliche Verbilligung und Beschleunigung bedeuten de facto einen Verlust an Lebensqualität. Der Niveauverlust ist doppelt, wir gewinnen nicht einmal Zeit.

Es ist kein Zufall, dass in einem Land, das sich seiner schmackhaften und gesunden Küche wegen schon immer großer Wertschätzung erfreute, das alte Kulturland Italien also, dass sich dort Widerstand regte und zu organisieren begann. Dem Fast-Food-Gedanken der grell designten, industrialisierten Popkultur der neuen Ernährung, die sich zwanglos in die endlose Reihe der anderen seichten Unterhaltungsangebote der Spaßgesellschaft einfügt, wurde die Idee des „slow“-Food entgegengesetzt. Das war 1991 in Orvieto. Zugegeben, der Begriff klingt nicht originell. Es bedeutet der Wandel von „schnell“ zu „langsam“ beim oberflächlichen Betrachten noch kein qualitativer Sprung. Auch verwenden wir in beiden Fällen Amerikanismen, die nicht so recht zu unserem Kulturverständnis passen wollen. Doch warum nicht den Gegner auch in diesem Fall mit den eigenen Waffen schlagen? Dass hier die Frage der Qualität im Vordergrund steht, und zwar als Lebensqualität, zeigt sich spätestens in der Erweiterung des Gedankens, kleine Städte in das Konzept einzubeziehen. Das war 1999. Unter dem Label der Schnecke hatten damals engagierte Bürgermeister einiger italienischer Städte, in denen der Gedanke des „Slow-Food“ Fuß gefasst hatte, das Konzept „Slow“ erweitert und die „Città Slow“ oder „Cittaslow“ ins Leben gerufen.

Keine Frage, hier geht es um mehr. Essen und Ernährung ist ein wichtiger Teil des Konzepts, die Stoßrichtung ist aber breiter. Sie erweitert sich zum neuen Lebensentwurf, der nicht nur Lebensqualität zurückgibt, sondern neue Chancen bietet. Seit 2001 gehört Hersbruck dem Kreis dieser zukunftsorientierten Städte an. Ein Grund, sich etwas eingehender mit dem Thema zu befassen.

 

Was heißt „Slow“

Slowcitydeutschgro Wer Presseberichte zum Thema „Cittaslow“ liest, könnte den Eindruck gewinnen, die Bürger deiner „Cittaslow“ seien eher Schlafmützen und Langweiler. Oder doch jedenfalls rückwärtsgewandte Menschen, von dem Gedanken beseelt, etwas restaurieren zu wollen, was längst der Vergangenheit angehört. Das Gegenteil ist der Fall. Wie aktuell „slow“ ist, zeigen zwei Erlebnisse der letzten Tage. Der Gewährsmann ist mit einer Gruppe junger Leute am Norissteig unterwegs und sie fallen hungrig in ein Dorfgasthaus ein, um sich zu stärken. Was wird bestellt? Pommes mit Majo (näse) ! Das zweite Erlebnis : Er wandert und will sich bei einem Jogger mitten im Wald nach dem Weg erkundigen und spricht ihn an. Der läuft weiter. Merkt aber doch etwas, bleibt stehen, kehrt um und zieht sich die Stöpsel seines Walkman aus den Ohren.

 

Logotag_der_regionen Wer aufmerksam durch den Tag geht, erlebt solche grotesken Situationen selbst, nur – fallen sie uns noch auf? Merken wir, dass wir nicht danach fragen, was die ländliche Küche Typisches bietet und gedankenlos Industrieprodukte ordern, um unseren Hunger zu stillen? Oder im Wald lieber Musik-Konserven hören, und nicht auf die Umgebung achten? Unbeeindruckt von der Wirklichkeit sind wir längst die Sklaven der Mediokratie, deren künstliche Bilder die Ordnungsfunktion des Geistes übernommen haben (Chr. Schüle). Wir sind eine Multioptionsgesellschaft, die für nichts mehr Zeit hat und möglichst alles gleichzeitig erleben will, die nicht erkennt, dass die unablässige Wahl zwischen den trivialen Angeboten der einschlägigenReggeniessen98gro Branchen nicht Freiheit, sondern Unfreiheit bedeutet. Unsere Bedürfnisse müssen heute durch Impulse von außen stimuliert werden. Die Impulstaktung ist so kurz, dass Chr. Schüle wohl zu recht von einer zwangsneurotischen Epoche spricht.

 

Wir sind Hochgeschwindigkeitsmenschen geworden. Wir kommunizieren mit Lichtgeschwindigkeit, hetzen durch den Alltag und sprechen in amerikanischen Kürzeln. Menschen und Dinge um uns haben keine Chance mehr wahrgenommen zu werden. Dabei haben wir die Fähigkeit verloren, zwischen Qualität und Quantität zu unterscheiden. Denken wir uns die Zeit doch mal als Tüte, dann lassen sich darin viele gleiche Erbsen unterbringen, aber vielleicht auch zwei interessante Bücher, oder zwei Flaschen guter Wein. Was ist uns lieber? Und uns ist das rechte Augenmaß abhanden gekommen. Auch Tempo ist keine Qualität. Jeder nachdenkliche Mensch kann selbst zu der Einsicht kommen, dass hohe Geschwindigkeit und vor allem bedenkenlose Beschleunigung nichts anderes sind, als Verschwendung, seien es Ressourcen, Lebensqualität oder Gesundheit. Dabei ist es gleichgültig, was wir beschleunigen – die Bildung ausgenommen.

 

Heimataufmtellerl Was also ist „Slow“? Die Kampfansage an die Ökonomisierung des Innenlebens. Innehalten und sich in etwas vertiefen. Das Aufbauen eines Netzwerks der Niveaus. Zeit zu leben. Der Weg aus der Sackgasse. Oder: die Entscheidung für das Gediegene, das Gesunde. „Fast“ ist krank. „Slow“ ist cool, weil es Zukunft hat.

 

Früher war Hast verpönt. Das Vornehme entfaltete sich langsam. Reich war, wer Zeit hatte. Dazu eine Anmerkung: für viele Kulturbetrachter ist die sog. Zeitpräferenz zum Schlüsselbegriff geworden. Was heißt das? Wer Zeit hat, den zeichnet eine geringe Zeitpräferenz aus. Wer möglichst alles und das gleich haben will, der hat eine hohe Zeitpräferenz. Weder der Kölner Dom, noch das Wohltemperierte Klavier, noch Goethes Faust wären bei hoher Zeitpräferenz entstanden. Sie ist ein Zeichen geringen kulturellen Niveaus.Slowsommerfestgiebel

Sich Zeit lassen, auf Zusammenhänge achten, warten können, einem Ereignis „entgegen warten“, also Gegenwart haben, das scheint eher sinnstiftend zu wirken, als permanent auf bunte Knöpfe zu drücken. Dazu gehören auch e-Mails, SMS, Dates, Daily Soaps usw. Wir müssen unsere Zeiträume neu möblieren.

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Wie wird man „Slow“

Der Held in Bulwer-Lyttons Roman „Pelham“ trägt immer ein besonders kleines Essbesteck bei sich. Das Essen mit normalen Löffeln und Gabeln bei Einladungen oder im Restaurant würde seine Genussfähigkeit mindern. Wenn auch amerikanische Wissenschaftler herausgefunden haben, dass schnelles und achtloses Essen das Geschmacksempfinden tatsächlich reduziert, brauchen wir uns die Romanfigur nicht, oder nur ansatzweise zum Vorbild machen.

Komiteeplusklattsw350 Dennoch, in unserer turbo-kapitalistisch beschleunigten und daher an echten Emotionen und wahren Genüssen verarmten Welt stellt sich uns konkret die Frage, was kann eine Kommune, was können Bürger praktisch tun, um „slow“ zu leben. Was gibt es für Ansatzpunkte, um in der Kunst, Zeit zum Leben zu gewinnen, gemeinsam Fortschritte zu machen. Die Ernennung zur „Cittaslow“ ist ja nicht eine Urkunde, die in den Archiven des Rathauses abgelegt wird und verstaubt. „Cittaslow“ ist ein Auftrag an alle. „Cittaslow“ wäre ein interessanter Faktor im Stadtmarketing. Mit „slow“ gewinnen wir Freunde.

 

Kommunizieren: Wir sind alle Neulinge auf dem weiten Feld des „slow“. Wir müssen uns über das, was wir über „Slow“ denken und erfahren zuerst einmal austauschen. Beginnend im privaten Kreis natürlich. Dann aber auch in größerem Rahmen, auf Einladung der Presse etwa, oder mit interessierten Stadträten. Auch Leserbriefe tragen zur Diskussion bei. Vielleicht gründen sich zum Thema „slow“ der eine oder andere Stammtisch. Es geht ja alle an. Themen gäbe es viele: was heißt „nachhaltig“, welche regionalen Kräfte lassen sich mobilisieren, um dem globalen Sog zu begegnen, in welcher Form kann ich mich in die Gemeinde einbringen, wie kommen wir zu Erneuerbarkeiten, zu Kreisläufen, wie vermeiden wir Zentralisation und damit Abhängigkeit wie etwa beim Wasser, was alles gehört zur Lebensqualität, welche Aspekte hat der Begriff „Zeit“, in welchem Zusammenhang stehen Zeit und Genießen, kann ich mich wenigstens in einigen Bereichen vom Tempo und der Hektik befreien und mich wieder mit der natürlichen Umwelt synchronisieren,? u.s.w. Das alles wären Aspekte von „slow“.

 

Bestehendes stärken: Gastfreundschaft ist „slow“, Musik ist „slow“. Was für manche eine Randerscheinung sein mag, wirbt international für Hersbruck, das Gitarrenfestival zum Beispiel. Damit kann eine neue Tradition begründet werden neben den alten, wie Kirchweih oder Altstadtfest. Also: die heimische musikalische Szene unterstützen. Heimische Produkte kaufen. Natürliche Kreisläufe beachten. Heimische Küche pflegen und sie sinnvoll weiterentwickeln. Mal in die Therme gehen, Veranstaltungen, wie etwa die Werkstatttage der Möbelmacher in Unterkrumbach besuchen. Leben ist nicht das, was wir uns für den Urlaub im Sommer vornehmen.

 

Slowcitygruppe501Organisieren: Die Statuten einer „Cittaslow“ sehen die Gründung eines Ausschusses oder Komitees vor. Eine Verankerung des „slow“-Gedankens im Stadtrat wäre von Vorteil und brächte der Initiative mehr Gewicht. Grundsätzlich sollte die Bewegung eine breite, unpolitische Bürgerinitiative sein. So wäre die Gründung eines Bürgerkomitees